3. Sportgymnastik-Bundesliga VfL Sindelfingen erfüllt sich den großen Traum vom Zweitligaaufstieg

Erfolgreich mit dem VfL Sindelfingen: Anastasiia Nabrodova, Iryna Jerabek (Cheftrainerin), Yulia Peresunchak (Trainerin Nachwuchs, TSV Schmiden) und Alexandra Klippert (hinten v. li.) sowie Nicole Dinkel, Alexandra Kirpichnikov (TV Nellingen), Sofia Sub (TSV Schmiden), Arina Protasov, Vasilysa Nadtoka (TSV Schmiden), Alica Sophie Krüger und Zoe-Elizabeth Jerabek (vorne v. li.). Foto: privat

Der Traum wird wahr: Die Sportgymnastinnen des VfL Sindelfingen erreichen den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Wie ihre Cheftrainerin auf den Erfolg und in die Zukunft blickt.

Auto-Team: Rouven Spindler (rsp)

Die Sportgymnastinnen des VfL Sindelfingen haben die Saison in der 3. Bundesliga, Staffel B, auf Rang eins beendet und somit den direkten Sprung in die nächsthöhere Klasse geschafft. „Von Anfang an war es unser Traum, in die 2. Bundesliga aufzusteigen“, freut sich Cheftrainerin Iryna Jerabek.

 

„Die Saison ist für uns sehr erfolgreich verlaufen“, blickt sie auf den Start im Oktober in Bretten, wo ihre Schützlinge mit deutlichem Vorsprung Erster wurden, und auch auf den zweiten und letzten Wettkampftag in Pirmasens im November zurück. Dieser sei etwas schwieriger verlaufen, doch das Team habe den Hallenbedingungen und dem Einsatz einer Turnerin auf Weltklasseniveau beim Charlottenburger TSV II getrotzt. Die Sindelfingerinnen ließen eben jenen Berliner Verein, den TBG Neulußheim und die SG Obertraubling-Cham hinter sich.

VfL Sindelfingen steigt in die 2. Bundesliga auf

Im Vorjahr war der Aufstieg noch nicht geglückt. Der VfL setzte zu viele nicht-lokale Athletinnen ein, bekam Punktabzug und verpasste so als Dritter die Relegation. „Für mich als Trainerin besteht das Highlight darin, dass wir nach dieser enttäuschenden Situation die Kraft gefunden haben, nicht den Glauben an uns selbst zu verlieren und weiter voranzugehen“, schildert Iryna Jerabek.

Sie ergänzt: „Und wir haben dies vollständig aus eigener Kraft geschafft – ohne eine ausländische Spitzengymnastin zuzukaufen, die für uns Team antritt, sondern in Zusammenarbeit mit dem TSV Schmiden und dem TV Nellingen.“ Von Ersterem präsentierten zwei Athletinnen des Jahrgangs 2013 je eine Kür, von Letzterem zeigte eine Sportlerin zwei Darbietungen. In der Liga müssen die Mannschaften je drei Übungen mit Reifen, Ball, Keulen und Band zeigen.

Dabei waren die Trainingsbedingungen für die Sindelfingerinnen „weit weg von ideal“, wie ihre Übungsleiterin es ausdrückt. „Zum Beispiel können wir von Oktober bis März nur dreimal pro Woche in der großen Halle trainieren, und dienstags sowie donnerstags müssen wir in die kleine Halle mit niedriger Decke ausweichen, in der weder hohe Würfe noch vollständige Durchgänge mit Musik möglich sind“, erklärt sie.

„Trotz all dieser Herausforderungen sind wir als Team – sowohl psychologisch als auch professionell – gewachsen und bereit, uns weiterzuentwickeln und voranzutreiben“, stellt Iryna Jerabek fest. Klar ist für sie: „Wir dürfen uns nicht auf unseren Erfolgen ausruhen, sondern müssen in jedem Training weiter an uns arbeiten und zu einer besseren Version unserer selbst werden.“

An was der VfL Sindelfingen arbeiten will

Die Cheftrainerin wird auch konkret: „Wir müssen die Schwierigkeit unserer Übungen erhöhen, die Ausführungsqualität verbessern und uns künstlerisch noch stärker entfalten, da dieser Aspekt im aktuellen olympischen Regelwerk der Rhythmischen Sportgymnastik eine besonders große Bedeutung hat.“

Das Erlernte will der VfL dann in der neuen Klasse unter Beweis stellen. Was das Aufgebot dort erwartet? „Ein harter Wettkampf gegen Teams mit einem hohen Leistungsniveau“, weiß Iryna Jerabek. Die Funktionärin rechnet damit, dass die nächste Runde kommendes Jahr Mitte Oktober beginnt und Anfang Dezember endet.

Sie selbst plant, auch dann als Cheftrainerin, Kampfrichterin und Ligaverantwortliche für die Bundesliga tätig zu sein. „Einerseits nimmt das unglaublich viel Zeit in Anspruch, aber andererseits kann ich dadurch sozusagen alles von innen sehen und verschiedene Details des Trainingsprozesses sowie organisatorische Aspekte rechtzeitig korrigieren“, erläutert sie. Und ein Traum lässt sich ja auch trotz dieses großen Aufwands erfüllen, wie sich herausstellte.

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