Stuttgarter Ermittler nehmen in Rottenburg am Neckar einen Mann fest. Er soll mindestens 66 Menschen illegal nach Deutschland gebracht und dafür unter anderem Telegram genutzt haben.

Ermittler der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Stuttgart haben am Dienstag in Rottenburg am Neckar einen mutmaßlichen Schleuser festgenommen. Der 30-Jährige steht im Verdacht, in mehreren Fällen Menschen illegal nach Deutschland gebracht zu haben. Wie die Polizei mitteilt, durchsuchten die Beamten am Dienstag die Wohnung des Mannes in Rottenburg am Neckar. Die Staatsanwaltschaft Tübingen hatte zuvor eine Wohnungsdurchsuchung angeordnet.

 

Nach Angaben der Polizei werden dem Mann derzeit 15 Taten zugerechnet, bei denen mindestens 66 Personen über die polnische Grenze eingeschleust worden sein sollen. Für die Organisation soll er nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei unter anderem den Messenger-Dienst Telegram genutzt haben. Demnach wurden auch Videos einzelner Schleusungen zu Werbezwecken in Chatgruppen verbreitet.

Bei der Durchsuchung stellten die Beamten das Mobiltelefon des Beschuldigten sowie weitere Beweismittel sicher. Der Mann wurde einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Tübingen vorgeführt, der den Haftbefehl in Vollzug setzte. Anschließend kam er in eine Justizvollzugsanstalt in Rottenburg am Neckar. Die weiteren Ermittlungen dauern an.