Interview30 Jahre Dr. Mablues Sympathische Superschurken

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Sie haben sich nach einem finsteren Bösewicht aus der Literatur benannt, doch Dr. Mablues and the Detail Horns stehen seit 30 Jahren für Livemusik, die gute Laune versprüht. Ende November gibt die Band in Winterbach ihr Geburtstagskonzert

Selbst nach 30 Jahren versteht sich die Band noch bestens – hier im Waiblinger Proberaum. Foto: Gottfried Stoppel
Selbst nach 30 Jahren versteht sich die Band noch bestens – hier im Waiblinger Proberaum. Foto: Gottfried Stoppel
Waiblingen - Seit drei Jahrzehnten stehen die neun Musiker von Dr. Mablues and the Detail Horns auf der Bühne. So lange hält manche Ehe nicht – doch die Bandbesetzung ist bis auf zwei Neuzugänge vor vielen Jahren gleich geblieben. Im Interview verraten Thomas Mathessohn, Stefan Illing und Michael Forstner, wie die Band ihren frischen Spirit erhalten konnte.
Welches Erlebnis mit Dr. Mablues war euer persönlicher Höhepunkt?
Thomas Mathessohn Ich denke da an besondere Gigs. Zum Beispiel in den USA, beim Jazzfestival von Montreux – wir haben auch eine megageile Tour durch Slowenien, Italien und die Schweiz gemacht.
Michael Forstner Es gab sicher zehn oder 20 Höhepunkte. Konzerte, bei denen wir uns zum Schluss hinlegen mussten, um dem Publikum zu zeigen, dass wir jetzt platt sind. Und die Leute trotzdem nicht aufgehört haben zu toben.
Wie sieht es mit Tiefpunkten aus?
Forstner Vielleicht fünf der über 600 Auftritte sind blöd gelaufen. Etwa beim Sommerspringen in Hinterzarten, Mitte der 90er. Da haben wir vor lauter Teenies gespielt, die auf ihre Stars gewartet haben – unser Gig hat keinen interessiert.
Mathessohn Einmal waren wir bei einer Faschingsveranstaltung gebucht. Der Veranstalter meinte, das würde passen, das sei eher ein Anti-Fasching. Vor Ort sagte er: Wenn ihr nachher was braucht – ich bin der, der als Fliegenpilz verkleidet ist (lacht schallend). Natürlich war’s ein Fasching, und die Leute wollten dazu passende Musik hören. Nicht uns.
Forstner Einmal haben wir auch 6000 Mark liegenlassen. Das war in Köln, Rheinwiesen. Nach dem Konzert meinte der Veranstalter: ,Jungs, das mit dem Geld heute wird nix’, hat uns einen Scheck gegeben. Der ist natürlich geplatzt. Von der Inkasso haben wir glaube ich noch 70 Euro gekriegt.
Ihr habt acht CDs herausgebracht. Aber es klingt so, als würdet ihr euch eher als Liveband einordnen?
Mathessohn Definitiv. Wenn wir auf die Bühne gehen, passiert etwas Magisches.
Forstner Wenn der erste Ton kommt, springt der Funke über. Egal, wie fertig man auf die Bühne gekommen ist.
Vor fünf Jahren kam das letzte Album. Da wäre es doch mal wieder Zeit für ein neues.
Mathessohn Haben wir eigentlich fest vor. Aber je näher wir zur Rente kommen, desto weniger Zeit haben wir. Uns fehlen noch zwei, drei Songs, aber im nächsten Sommer könnte es soweit sein.




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