3D-Konstruktion an Gemeinschaftsschule In Weil im Schönbuch tüfteln junge Produktentwickler

Kakteen und ein blauer Eiffelturm: die fertigen Produkte aus dem 3D-Drucker Foto: /S. Schlecht

Bereits zum fünften Mal haben Schüler der Gemeinschaftsschule Weil im Schönbuch ihre Fähigkeiten in der 3D-Konstruktion erprobt. Dieses Jahr fällt bei den Produkten besonders eine Kategorie auf.

Weil im Schönbuch - Das Klassenzimmer ist gut gefüllt an diesem Dienstag: In Stuhlreihen mit ausreichend Abstand sitzen 15 Mädels und Jungs, die gespannt darauf warten, ihre Zertifikate und eigenen Entwürfe des diesjährigen 3D-CAD-Workshops überreicht zu bekommen. Seit 2017 wird das Bildungsprojekt Create an der Weilemer Gemeinschaftsschule jährlich im Technikunterricht der siebten Klasse durchgeführt. An 14 Nachmittagen haben die Jungentwickler gemeinsam mit Lina Nolde, Leiterin des Education Bereichs einer Reutlinger Produktentwicklungsagentur, gelernt, wie der Weg von der Idee zum fertigen Produkt mittels einem Computerprogramm samt 3D-Drucker funktioniert.

 

Wieso gibt es so viele Autofelgen?

Die Jugendlichen gehen nacheinander nach vorne, wo ihnen die Förderpartner ihre Zertifikate und fertigen Produkte aushändigen. Die farbenfrohen Kunststoff-Gebilde stammen direkt aus dem 3D-Drucker. Auffällig in diesem Jahr: Neben Schlüsselanhängern, einem Fidget-Spinner und zwei Eiffeltürmen sind eine gute Handvoll Autofelgen dabei. Woran das wohl liegen könnte? „Letztes Jahr hatten wir einige VfB Stuttgart-Figuren, dieses Jahr das Auto. Was vielleicht daran liegt, dass der VfB auf dem Abstiegsplatz ist“, sagt Bürgermeister Wolfgang Lahl schmunzelnd.

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Der zwölfjährige Andreas hat seiner Kreativität freien Lauf gelassen: „Ich habe einen Eiffelturm mit eingebauter Feder gemacht“, sagt er. „Erst habe ich einen normalen Eiffelturm geplant, dann dachte ich, ich mach’ noch die Feder dran.“ Das sei allerdings ein wenig kniffliger gewesen und habe „mehrere Anläufe“ gebraucht. Doch nun hält er, wie seine Klassenkameraden, sein fertiges Produkt in den Händen. „Ich kann mir vorstellen, so etwas auch weiterhin zu machen“, sagt der Zwölfjährige, der an einer handwerklichen Ausbildung interessiert ist.

Schüler haben einen Bewerbungsvorteil bei örtlichen Unternehmen

Die Unternehmen aus der Region, die das Projekt unterstützen, profitieren zugleich auch davon, dass die Schüler und Schülerinnen sich digitales Fachwissen und Erfahrungen in der Produktentwicklung aneignen – schließlich sind sie die Entwickler von Morgen. „Die Kooperation der Schule zu den örtlichen Unternehmen ist wichtig, um den Übergang ins Berufsleben zu finden“, sagt Lahl an die Schüler gewandt. „Nutzt eure Kontakte zu den Firmen“, rät er den erfolgreichen 3D-Konstrukteuren. Denn das Wissen kann den Schülern niemand mehr nehmen: „Sie haben gegenüber anderen Schülern einen Vorsprung auf dem Gebiet der digitalen Produktentwicklung“, sagt Lina Nolde. Und das bleibt so: Die Neuauflage fürs nächste Jahr ist bereits gesichert.

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