4. Oldtimertreffen in Ebersbach Es muss nicht glänzen – nur alt sein

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Rund um das Automuseum Patina waren die Parkplätze am Sonntag komplett belegt. Beim 4. Ebersbacher Oldtimertreffen drängten sich mehrere hundert historische Fahrzeuge und noch viel, viel mehr Besucher.

Stoßstange an Stoßstange rollen die Charakterkisten auf den Parkplatz, Foto: Horst Rudel
Stoßstange an Stoßstange rollen die Charakterkisten auf den Parkplatz, Foto: Horst Rudel

Ebersbach - Die Dichte an historischen Fahrzeuge ist am Sonntag rund um Ebersbach überproportional hoch: amerikanische und englische Karossen, französische, italienische und natürlich ganz viele deutsche Modelle rollen durch das Filstal, um direkt vor dem Ortseingang den großen Parkplatz der Firma Ceramtec anzusteuern. Personenwagen und Kleinbusse, Traktoren und Wohnmobile, Motorräder und Roller biegen ein. Bereits um die Mittagszeit sind es mehr als 500. Doch die Blechlawine will noch immer kein Ende nehmen. Die Stellflächen reichen hinten und vorne nicht, werden nach und nach ins gesamte Industriegebiet ausgedehnt.

Zum vierten Mal hat das Fahrzeugmuseum Patina zu einem Oldtimer-Treffen eingeladen. Und einmal mehr kommen die Fans mit ihren Charakterkisten, die zum Teil mehr als 80 Jahre alt sind, in Scharen. „Es werden wohl so viele wie noch nie“, freut sich Markus Paschke, der seit einigen Jahren, zusammen mit zwei Dutzend anderen Schraubern, das gemeinsame Hobby der Öffentlichkeit präsentiert. Das große Interesse – in der Ausstellung und in der Werkstatt ebenso wie draußen auf dem Parkplatz – erklärt sich Paschke mit der Philosophie, die sich das Patina zu eigen gemacht hat: „Hier muss nicht alles clean und glänzend sein, hier kann jeder unangemeldet auftauchen, der ein Gefährt sein Eigen nennt, das dreißig Jahre oder älter ist.“

Genau diese Mischung aus edel und angestaubt, aus original und restauriert mache den Charme dieses Treffens aus, findet Holger Schmid aus Esslingen. „Da kann nicht nur der Super-Experte zum Fachsimpeln mit Gleichgesinnten kommen, sondern auch jeder Laie, der ein Faible für solche alten Kisten hat, etwas mitnehmen“, ergänzt er. Michaela Betz aus Lorch teilt diese Ansicht. „Ich habe zwar keine Ahnung davon, finde diese Autos aber einfach schön“, sagt sie, während sie einen Wanderer, Baujahr 1931, inspiziert. Damals habe einfach noch eines zum anderen gepasst.

Dem kleinen Luca aus Göppingen ist all das ziemlich egal. Ihn interessieren weder Benzingespräche noch Bastlerweisheiten. Der Sechsjährige hat sich Hals über Kopf in einen Lanz-Bulldog verliebt. Die Eltern wollen weiter, doch selbst bestes Zureden nutzt nichts. Erst als der Eigentümer des Traktors den stolzen Luca auf den Fahrersitz hebt, unter der Voraussetzung, dass er anschließend wieder gehorcht, wird alles gut. Der Bub strahlt. Ein neuer Fan ist mit dem Oldtimer-Virus infiziert.