40 Jahre CDU Steinenbronn Die CDU kommt ins Schwabenalter

Die CDU Steinenbronn hat im Bürgerhaus ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (Vierter von rechts) hat in seinem Festvortrag über die Europäische Union gesprochen. Foto: Alexandra Kratz
Die CDU Steinenbronn hat im Bürgerhaus ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (Vierter von rechts) hat in seinem Festvortrag über die Europäische Union gesprochen. Foto: Alexandra Kratz

Die CDU Steinenbronn hat ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Der Gemeindeverband war am 4. Dezember 1975 gegründet worden. Bei dem Fest im Steinenbronner Bürgersaal hielt der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel den Festvortrag.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)
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Steinenbronn - Wolfgang Miller ist überzeugt: „Wenn es die CDU nicht schon gäbe, müsste man sie erfinden.“ Miller ist der Vorsitzende der Christdemokraten in Steinenbronn, und die feierte am Freitagabend ihr 40-jähriges Bestehen. Das „C“ in der Parteibezeichnung stehe für die christliche Nächstenliebe. Diese sei die Grundlage für die Demokratie, das „D“ in der Abkürzung. „Demokratie kann nur funktionieren, wenn sich die Menschen gegenseitig respektieren und wertschätzen“, ist Miller überzeugt. Und Demokratie brauche Parteien. Also eine Gruppe, welche die eigenen Ideen mittrage und mit der man sich über den richtigen Weg austauschen könne. Der letzte Buchstabe, das „U“, sei die Basis. „Wir brauchen eine Union. Das bedeutet, dass sich alle an das halten, was beschlossen ist, auch wenn man selbst anderer Meinung ist“, sagte Miller.

Ein historischer Abriss

Hugo Hauser und Siegfried Herzog waren die Gründer der CDU in Steinenbronn. Der mittlerweile verstorben Hauser war bereits von 1957 an Mitglied. Doch der Gemeindeverband Steinenbronn wurde erst 1975 gegründet. Schon früher habe es entsprechende Überlegungen gegeben. „Aber uns fehlten die Mitglieder“, sagte Herzog in seinem historischen Abriss. Zudem habe die Gemeinderatswahl unmittelbar bevor gestanden. „Für uns stellte sich die Frage: Entweder einen CDU-Gemeindeverband zu gründen oder eine Gemeinderatsliste aufzustellen. Beides gleichzeitig war nicht möglich“, sagte Herzog und ergänzte: „Wir entschieden uns für die Gemeinderatsliste. Und somit dafür, Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen.“ Fünf Gemeinderäte schafften den Sprung in das Gremium. Auch Siegfried Herzog war dabei. Er kündigte damals an, dass die Christdemokraten in Steinenbronn noch im Jahr der Gemeinderatswahl, also 1975, auch einen Gemeindeverband gründen würden. Herzog hielt Wort: Am 4. Dezember 1975 schlossen sich gut ein Dutzend Männer zu einem Ortsverein Steinenbronn zusammen.

Ein fulminanter Start

„Wir hatten einen fulminanten Start“, betonte Herzog. Es habe regelmäßig Vorstandssitzungen gegeben, bei denen die Mitglieder über anstehende Wahlen, Probleme bei der Gemeinderatsarbeit und Themen wie Lärm und Verkehr sprachen. Das sei bis heute so, sagte Herzog. Für ihn ist es auch ein Zeichen der Kontinuität, dass es in den 40 Jahren mit Hugo Hauser, Alfons Brückner, Siegfried Herzog selbst und Wolfgang Miller nur vier Vorsitzende gegeben habe. „Wir dürfen uns auch darüber freuen, dass unsere Mitgliederzahl seit unserer Gründung immer konstant zwischen 30 und 40 gelegen hat“, sagte Herzog. Er fügte aber auch hinzu: „Zugegeben, es dürften auch etwas mehr sein.“

Politik sei die Kunst, die Gegenwart zu gestalten und so die Weichen für die Zukunft zu stellen, sagte der Bürgermeister Johann Singer und ergänzte: „Dieser Aufgabe stellt sich der Gemeindeverband seit 40 Jahren.“ Die CDU Steinenbronn komme ins Schwabenalter und habe seit ihrer Gründung die Geschichte der Gemeinde mitgestaltet und dazu beigetragen, dass Steinenbronn lebenswert sei.

Erwin Teufel spricht über die EU

Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel hielt den Festvortrag. Unter der Überschrift „Europa vom Kopf auf die Füße stellen“ sprach er über das Subsidiaritätsprinzip. Für Teufel bedeutet das, dass Europa „von den Bürgern her gedacht werden muss“. Die Gemeinde sei die wichtigste Entscheidungsebene. „Europa ist nicht überflüssig. Aber die EU muss sich um die richtigen Themen kümmern. Wir brauchen Europa vor allem als Friedensgemeinschaft“, so Teufels Fazit.




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