40 Jahre Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen Ein Ort der Begegnung und der Erinnerung

Von Natalie Kanter 

Das heutige Stadtmuseum in Echterdingen öffnete vor mehr als vier Jahrzehnten seine Pforten. Dank gebührt einem starkem Duo.

Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell   (Mitte) hat das Engagement von Museumsleiter Wolfgang Haug (li.) und  vom Fördervereinsvorsitzenden Hans Huber gewürdigt. Foto: N.  Kanter
Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell (Mitte) hat das Engagement von Museumsleiter Wolfgang Haug (li.) und vom Fördervereinsvorsitzenden Hans Huber gewürdigt. Foto: N. Kanter

Leinfelden-Echterdingen - Er ist vor allem praktisch und hat Reflektoren auf den Schließen: Die Rede ist von dem Ranzen, mit dem Christiane Haug einst zur Schule gelaufen ist. „Mit diesem Ranzen könntest Du heute kein Kind mehr los schicken“, sagt ihr Vater Wolfgang Haug. Der ehrenamtliche Leiter des Stadtmuseums will die Tasche im kommenden Herbst dennoch in einer Ausstellung präsentieren – als ein Exponat unter vielen.

Haug, der Förderverein und das Stadtarchiv wollen Schulgeschichten aus der Großen Kreisstadt erzählen. Fotos, Dokumente und vor allem persönliche Berichte werden dazu noch gesucht. „Heutige Grundschulkinder könnten sich beispielsweise bei Ihren Großeltern über deren Schulzeit erkundigen“, sagte Haug am Donnerstag im Stadtmuseum.

Der Anlass des Pressegesprächs ist ein Jubiläum: Das Museum gibt es mittlerweile seit mehr als vier Jahrzehnten. Zahlreiche Schauen wurden seit dem 19. Januar 1975 jeden Sonntag präsentiert. Kultur- und Lokalgeschichte wurden beleuchtet. Viel beachtet war beispielsweise die im Jahr 1989 gezeigte Ausstellung über Philipp Matthäus Hahn, den Mechaniker-Pfarrer aus Echterdingen.

Die Folgen des Luftkrieges auf die Stadtteile oder auch der Alltag in der Nachkriegszeit: Unter der Federführung des Stadtarchivs wurde die Gesamtstadt in den Blick genommen. Als Besuchermagneten erwiesen sich die Schauen „Der Traum vom Fliegen“ oder auch „Zauberhaftes Siebenmühlental“, die das städtische Kulturamt vorangetrieben hatten.

Die Dauerausstellung erzählt unter anderem von den einstigen Teilgemeinden, der Stadtgründung, dem Krautanbau, dem Zeppelin-Unglück und dem KZ-Außenlager. Die Besucher können sich über die archäologischen Wurzeln der Großen Kreisstadt informieren und, wenn gewollt, in einen Schutzbunker aus der Zeit des zweiten Weltkrieges klettern.

Dank an ein „starkes Duo“

Kulturbürgermeister Carl-Gustav Kalbfell nutzte den Termin, um einem „starkem Duo“ zu danken, ohne das es das Museum so nicht geben würde. Zu diesem Duo gehört zum einem Hans Huber. Der Arzt und Freie Wähler-Stadtrat hat den Museumsförderverein mit ins Leben gerufen. Und steht diesem mit 89 Jahren noch immer vor. Der Verein gestaltet gemeinsam mit dem Stadtarchiv das jeweilige Rahmenprogramm zu den Ausstellungen.

Untrennbar mit dem Museum verbunden, ist aber vor allem Wolfgang Haug. Der FDP-Stadtrat kümmert sich gemeinsam mit seiner Familie um das Haus. Der 73-Jährige wird nicht müde, den Bestand zu erweitern. Seine jüngste Errungenschaft ist die einstige Spitze der Echterdinger Stephanuskirche. Er will den Bürgern einen „Ort der Begegnung und Erinnerung“ bieten. Kinder werden unter seiner Leitung zu „Museumsdetektiven“.

An Ideen für die Zukunft des Museums mangelt es nicht. Eine Ausstellung zur Geschichte der Naturräume ist im Gespräch. „In Sachen Filderkraut sollten wir mehr tun“, sagt Haug. Dem Gemüse sind derzeit gerade einmal drei Quadratmeter in dem Museum gewidmet.




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