42. Töpfermarkt Darmsheim Keramik und Kunst an 70 Ständen

Trotz des heißen Wetters sind viele Besucher auf dem Darmsheimer Töpfermarkt unterwegs. Foto: Eibner-Pressefoto/Tadas Svetikas

Der Darmsheimer Töpfermarkt ist bekannt für gute Qualität – und lockte viele Besucher an, der Hitze zum Trotz.

Es ist heiß in Darmsheim an diesem Samstagnachmittag. Wer den weithin bekannten Töpfermarkt im Sindelfinger Teilort besucht, der bewegt sich daher langsam und bevorzugt den Schatten. In der hellen Sonne derweil glänzen die Scherben, der gebrannte Ton in allen Farben und Formen.

 

„Heute Vormittag“, sagt Andrea Pilz, „war es hier voll. Nach unserer Erfahrung kommen bei solcher Hitze weniger Besucher.“ Wobei der Publikumsverkehr am Samstagnachmittag noch immer groß genug ist. Viele Menschen gehen vorbei und werfen immer wieder Blicke auf die Waren, suchen das Gespräch mit den Anbietern. Und etliche lassen sich nieder, um die Bewirtung durch örtliche Vereine zu genießen.

Töpfereien reisen nur noch gezielt zu Märkten

Andrea Pilz ist angereist mit ihrem Mann aus Mindelzell im Landkreis Günzburg, Bayern. Er ist Töpfermeister. Sie kommen seit 30 Jahren schon. In ihrem Angebot funkelt Gebrauchskeramik für drinnen und draußen, bunt glasierte Becher, aber auch ganz eigenwillig bunte Skulpturen. Früher besuchte das Paar ein gutes Dutzend Töpfermärkte – heute ist der Darmsheimer Töpfermarkt einer von dreien, an denen sie festhalten: „Die Leute hier sind sehr aufgeschlossen, keramikinteressiert. Und sie kaufen auch gut.“

Gerhard Kollmar aus Ludwigsburg hat einen transportablen Brennofen aufgebaut, mit dem er die Technik des Raku-Brennens präsentiert. Er erklärt, was er tut: „Ich hole die Stücke heraus, wenn die Glasur geschmolzen ist, und wende sie in brennbarem Material, ehe ich sie ins Wasser gebe. Es kommt zu einem Schwelbrand, und überall in der Glasur bilden sich Krakel.“ Kollmar war gewiss schon 15-mal in Darmsheim – „Es ist ein gut eingeführter Markt“, sagt er, „mit Anspruch. Auf anderen Märkten findet man heute weniger Töpfer und immer mehr Kunsthandwerk.“

70 Teilnehmer aus ganz Europa

Das ist Verdienst der Familie Hemberle aus Ostrach-Habsthal, die 2013 die Organisation des Töpfermarktes übernahm. Unter Hartwig Bartl, ihrem Vorgänger, nahmen bis zu 120 Beschicker teil am Markt. Bartl jedoch sonderte das Kunsthandwerk nicht aus, die Händler, die zugekaufte Ware boten. Gerhard Hemberle berief eine Jury ein, die die Beschicker sorgsam nach Kriterien der Qualität auswählte. 2025 findet der Markt zum 42. Mal statt. Luca Hemberle, Töpfergeselle, hat die Leitung übernommen. „Wir haben die Teilnehmerzahl auf 70 begrenzt“, sagt er, „um die Qualität zu sichern.“ Die Anbieter kommen aus ganz Deutschland, aus Berlin, Belgien, Frankreich, Ungarn.

Hemberles selbst verkaufen salzglasiertes Steinzeug, Ware, die nur einmal gebrannt wird, in einem offenen Feuer. Während des Brennvorgangs wird über längere Zeit Salz in den Ofen geblasen. Die Brenntemperatur liegt bei 1280 Grad, also knapp unter jener von Porzellan, das bei 1300 Grad gebrannt wird.

Zum ersten Mal dabei beim Darmsheimer Töpfermarkt ist Robby van Hoof, angereist aus Bains-les-Bains in den Vogesen. Er fertigt Vogelhäuschen jeder Form und Farbe aus Ton, aber auch Oyas – Tontöpfe, die zur Bewässerung im Garten eingegraben werden und helfen, Wasser zu sparen. „Ich dachte erst, heute ist es zu heiß“, sagt er, „aber die Leute kommen trotzdem.“

Zum ersten Mal in Darmsheim dabei ist auch Francesca Buda. Sie stammt ursprünglich aus der Toskana, lebt heute in Gießen. Francesca Buda stellt Unikate aus Ton her mit eigenwilliger Formgebung, die an die Atmosphäre ihrer Heimat erinnert – Porzellanschalen, deren Außenseiten geformt sind wie Muscheln oder Korallen und die im Innern ein tiefes Blau besitzen. „Die Atmosphäre ist schön, der Umsatz ist gut“ – das sagt sie, zufrieden.

Beatrix Winkler derweil kommt aus Maichingen seit vielen Jahren schon zum Markt – nicht um zu verkaufen, sondern vor allen Dingen, um zu schauen – und manchmal auch, um zu kaufen: „Ich möchte die Händler schon unterstützen“, sagt sie, „damit der Markt bleibt. Er ist jedes Mal wunderschön, jeder Stand ist anders!“

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