50 Jahre Einkaufszentrum Leonberg Die Anfänge im Leo-Center waren ein echtes Abenteuer

Am 18. Oktober 1973 hat das großzügig gestaltete Einkaufszentrum Leo-Center seine Tore für die Kundschaft geöffnet. Foto: LEO-Center/Archiv

Vor genau einem halben Jahrhundert ist das Leo-Center in Leonberg eröffnet worden – es war eine der ersten modernen Shoppingmalls in ganz Deutschland. Wie kam es dazu?

Vor einem halben Jahrhundert haben rührige Geschäftsleute in Leonberg das Heft des Handelns in die Hand genommen. Sie waren es leid, dass die Bürger der Stadt ihr Geld vorwiegend nach Stuttgart trugen. Das war die Geburtsstunde des Leo-Center. Das 50-Jahr-Jubiläum wird nun vom 16. bis 21. Oktober ausgiebig gefeiert.

 

Mitten in die Stadt und nicht auf die grüne Wiese – den Fehler, den viele Städte in den 1970er Jahren mit ihren neuen Einkaufszentren gemacht haben – hat Leonberg nicht begangen. Anstatt die Kundschaft aus der Stadt zu locken, hat an der Schnittstelle zwischen dem alten Leonberg und dem Stadtteil Eltingen vor 50 Jahren ein großzügig gestaltetes Einkaufszentrum seine Tore für die Kundschaft geöffnet.

Wohnen und Einkaufen sollten nicht weit auseinander liegen

Als Teil der damals modernen städtebaulichen Überlegungen sind auch die Hochhäuser-Komplexe in der Umgebung entstanden, denn Wohnen und Einkaufen sollten nicht weit auseinander liegen. Eine Kombination, die heute wieder an Bedeutung gewinnt. Zunächst einmal handelt es sich um ein ganz normales Einkaufszentrum. Zugleich aber ist das Leo-Center auch so etwas wie der Treffpunkt für Jung und Alt.

Organisatorisch betrachtet ist es eine der zahlreichen Malls, die das Hamburger Unternehmen ECE in ganz Europa hat. Als sechste Niederlassung der ECE ist das Einkaufszentrum, das 1973 fertiggestellt worden ist, fast ein abenteuerliches Unterfangen gewesen. Denn wo heute Römer-, Eltinger-, Brenner- und Leonberger Straße zusammenkommen, war Niemandsland: Leonberg und das 1938 eingemeindete Eltingen standen sich räumlich und auch sonst nicht gerade nahe. Wo heute der Stadtpark ist, wurde einst Gips abgebaut, wo das Center steht, war ein großer Hühnerstall und viel freies Gelände.

Verärgert darüber, dass damals viele Leonberger ihre Einkäufe in anderen, umliegenden Städten tätigten, hatte ursprünglich der Apotheker Hans Scheltdorf in mühevoller Kleinarbeit eine Studie zur Einzelhandelssituation für Leonberg erstellt. Daraus ging unter anderem hervor, dass Dreiviertel der Leonberger Kaufkraft nach Stuttgart abfloss. Diese Kaufkraft ist beträchtlich und liegt pro Kopf bei 7718 Euro. Getoppt wird das nur noch vom benachbarten Gerlingen mit einer durchschnittlichen Kaufkraft von 8302 Euro pro Einwohner.

Im Stuttgarter Speckgürtel ist Geld zu verdienen

Auch der Leonberger Handels- und Gewerbeverein war mit von der Partie und ging Anfang der 1970er Jahre mit der Studie von Hans Scheltdorf in der Hand auf Investorensuche für „ein Gemeinschaftswarenhaus“. Offene Ohren fanden sie bei der ECE in Hamburg. Diese hatte damals nur in Großstädten Niederlassungen. Aber die Argumente aus dem Mittelzentrum im Stuttgarter Speckgürtel sprachen dafür, dass an dieser Stelle auch Geld zu verdienen ist.

Maßgeblichen Anteil am Erfolg des Leo-Centers weit über die Stadtgrenzen hinaus hatte dann schließlich der erste Manager, Klaus Schliebe. Er stellte Aktionen auf die Beine, die den Menschen damals noch kaum vertraut waren, und band viele Kunden an die neue Passage. Manche Geschäfte sind von Beginn an dabei, wie Karstadt – oder die in zweiter Generation geführte Apotheke Scheltdorf und das Brillenstudio Zerweck. Andere sind neu dazugekommen. Gegenwärtig stehen viele Läden leer. Das soll sich ändern, verspricht die aktuelle Centermagerin Nadine Fensterer. Doch das Leo-Center ist mehr: Ausstellungen, karitative Aktionen mit den Lions Clubs oder dem Kinderschutzbund gehören dazu, ebenso wie vielfältige kulturelle Veranstaltungen.

Manche Geschäfte sind von Beginn an dabei

Nach vier Jahren Bauzeit wurde das Haus im Jahr 1973 eröffnet. Zwischen 1994 und 1995 wurde die Verkaufsfläche modernisiert und grundlegend umstrukturiert. Auf insgesamt 27 000 Quadratmetern ist Platz für 90 Geschäfte entstanden, aktuell sind es gut 70.

Das Geburtstagsprogramm

Montag, 16. Oktober
Stargast Ross Anthony gibt um 16 Uhr Autogramme. Zuvor (10 bis 12 Uhr) spielt Mister Piano.

Dienstag, 17. Oktober
 Mister Piano spielt von 10 bis 12 Uhr, die Artistic Pole Dance Show gibt es um 15, 16 und 17 Uhr.

Mittwoch, 18. Oktober
OB Martin Georg Cohn schneidet um 11 Uhr die Geburtstagstorte an, es gibt Muffins. Karikaturist Steve ist von 14 bis 16 Uhr da. Der nächste Stargast kommt: Lucas Cordalis singt um 15 und 17 Uhr und gibt um 17.30 Uhr Autogramme.

Donnerstag, 19. Oktober
Kinderschminken von 13 bis 18 Uhr, Charles Johnson singt von 15 bis 18 Uhr.

Freitag, 20. Oktober
Yvolution spielen um 16 und 18 Uhr Musik der 1970er und um 17 und 19 Uhr die größten Abba-Hits.

Samstag, 21. Oktober
Von 13 bis 18 Uhr wieder Kinderschminken, um 17 Uhr werden die Hauptgewinne der Verlosung gezogen. Zudem besuchen Figuren aus der Sesamstraße das Center.

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