50 Jahre Fotoclub Albershausen Vom Schwarz-Weiß zum Digitalzeitalter

Von Klaus Nonnenmacher 

Der Fotoclub feiert sein 50-Jahr-Jubiläum mit einer Ausstellung auf Schloss Filseck, einer Schau in Rechberghausen und einem Handy-Fotowettbewerb. Am Ende hofft man auf neue Mitstreiter, denn der Verein hat Nachwuchssorgen.

Für die Fotoclubber  gilt es erst das Motiv und dann zur Jubiläumsausstellung  die Fotos ins beste Licht zu rücken. Foto: Horst Rudel
Für die Fotoclubber gilt es erst das Motiv und dann zur Jubiläumsausstellung die Fotos ins beste Licht zu rücken. Foto: Horst Rudel

Albershausen - Wir schreiben das Jahr 1966. Kameras heißen noch Fotoapparate, Blitzlichtwürfel und Kompaktkameras im Zigarettenschachtelformat erobern den Markt. Der Farbfilm kommt allmählich auf, und in Albershausen gründet eine Handvoll Enthusiasten einen Fotoclub. Nun feiert der Verein sein 50-Jahr-Jubiläum – in einer Zeit, in der der Fotoapparat Bilder in schier unglaublicher Zahl mit höchster Auflösung schießt und auch noch als Filmkamera, Musik-Player und Telefon Verwendung findet.

Der Fernseher löst die Dunkelkammer ab

„Es hat sich eigentlich beim Fotografieren nicht so viel verändert“, sagt jedoch Reinhard Winter, der Vorsitzende des Albershausener Traditionsvereins. Das Wichtigste sei immer noch das Auge für den richtigen Moment. Technisch habe sich freilich viel gewandelt. Peter Kleinknecht gerät regelrecht ins Schwärmen: „Als ich angefangen habe vor 48 Jahren im Fotoclub, da haben die noch Dias angeschaut. Dann haben wir eine Dunkelkammer eingerichtet für schwarz-weiß, später konnten wir das auf das Ciba-Chrom-Verfahren für Papierabzüge von Dias erweitern. Ja, und heute geht alles digital“, erklärt der ­76-Jährige, der einräumt, sich auf seine alten Tage sogar noch einen hochauflösenden sogenannten 4K-Fernseher gekauft zu haben, dessen Brillanz alles Bisherige in Schatten stelle.

Die Ausbeute belitb gleich

Die Technik weiß er für sich zu nutzen. „Mit Schwarz-Weiß-Film habe ich früher gerne Porträts gemacht. Heute geht es umgekehrt. Mache ich mal ein gutes Porträt, wandle ich es in der Bildbearbeitung um“, sagt er. Aber eigentlich fotografiere er mittlerweile viel lieber Landschaften. Digital seien das bei einem Acht-Tages-Urlaub gerne mal 1500 oder mehr Fotos. Auf Film habe er früher dafür höchstens 300 Mal auf den Auslöser gedrückt. „Die Ausbeute ist am Ende aber auch nicht viel größer“, räumt Kleinknecht ein, und das, obwohl sich die Bilder nachbearbeiten ließen.

„Traue keinem Bild“, gibt Michael Ottowitz als Parole im digitalen Zeitalter aus. Er ist einer der verbliebenen neun Aktiven im Fotoclub. Man solle zwar ein Bild möglichst nicht nachbearbeiten. „Manchmal lässt es sich jedoch nicht vermeiden“, räumt er ein. Nicht zuletzt sei die Bildbearbeitung einer der Arbeitsprozesse, die das Hobby Fotografie erst ausmachten.

Acht Stunden auf der Lauer gelegen

Auf einer Jubiläumsausstellung zeigt der Fotoclub jetzt die ganze Vielfalt der Fotografie. Porträts, Architektur, Sport, Tiere, Makroaufnahmen, optische Effekte, viel Natur und Landschaft sind unter vielem anderen zu sehen – von neun Fotografen. Für manche Tier-Aufnahmen lägen die Amateure acht Stunden und länger im Tarnzelt auf Lauer, andere seien bei einem der regelmäßigen Fotoclubausflüge entstanden, so Michael Ottowitz.

Der Club, früher nicht zuletzt der aufwendigen Entwicklungstechnik wegen ein Treffpunkt für Fotofans aus dem ganzen Raum Göppingen und darüber hinaus, hat Nachwuchssorgen. „Wir hatten schon mal mehr als 120 Mitglieder“, erklärt Reinhard Winter. Heute sind es noch 40 im Durchschnittsalter von 60 plus, die meisten davon seien zudem passiv.

Handyfotos rangeln um Preise

Dabei gebe es gute Gründe, sich im Verein zu engagieren. „Wir treffen uns regelmäßig, wir tauschen uns aus, man bekommt Ansporn und Anregungen für das Fotografieren“, wirbt Winter. Zwar würde heute mehr geknipst als früher, und oft stünde bei jungen Leuten als Motivation mehr die Selbstdarstellung als das Motiv im Vordergrund, doch: „Für ein gutes Bild gelten immer noch die gleichen Grundregeln wie vor 50 Jahren“. Dass man auch mit dem Handy tolle Bilder schießen kann, zeigt der jüngste Coups des Fotoclubs. Er hat einen Fotowettbewerb für Handyfotos ausgelobt. Rund 75 Teilnehmer haben knapp 300 Bilder eingesandt. „Vielleicht kommen dadurch nun auch wieder jüngere Leute zu uns“, sagt Winter voller Hoffnung.

Filseck

Mit drei Aktionen feiert der Fotoclub sein Jubiläum. Auf Schloss Filseck kann die 23. Fotoschau des Deutschen Verbands für Fotografie, Bezirk Alb-Donau, bis 11. Dezember täglich von 9 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Kulturmühle

Die Jubiläumsausstellung des Vereins in der Kulturmühle wird am 6. November um 11 Uhr eröffnet. Zu sehen sind die erstaunlichsten Bilder aus den letzten Jahren, so wie ein Überblick aus der analogen Zeit der Fotografie, und zwar bis zum 20. November freitags von 16 bis 19 Uhr, samstags von 13 bis 19 Uhr und sonntags von 10 bis 19 Uhr.

Handywettbewerb

Die besten Handyfotos werden am 12. November um 16 Uhr in der Kulturmühle vorgestellt und prämiert.




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