50 Jahre Kassierer der Feuerwehr Renningen Mit dem Geldkoffer zur Versammlung

Wenn er die Erinnerungen an seine 50 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr Renningen Revue passieren lässt, muss Manfred Gaubisch immer wieder lachen. Foto: /Simon Granville

Manfred Gaubisch war 50 Jahre lang Herr über die Finanzen der Freiwilligen Feuerwehr in Renningen. Jetzt wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

„Ich wollte etwas bewirken und anderen helfen“, erinnert sich Manfred Gaubisch am großen, massiven Esstisch im Malmsheimer Zuhause, „und als mich der damalige Kommandant gefragt hat, ob ich zur Feuerwehr kommen wolle, habe ich aus Überzeugung ja gesagt.“ Das war 1970.

 

Bei der Brandbekämpfung allein blieb es nicht. Rund zwei Jahre später, am 1. Februar 1973, übernahm er das Amt des Kassiers. Fünf Jahrzehnte lang hat der gelernte Kaufmann die Finanzen der Renninger Feuerwehr verwaltet, nach jedem Feuerwehrfest und jeder Bewirtung die Einnahmen gezählt und die Ausgaben verbucht, Budgetpläne erstellt und die Aufwandsentschädigungen für die Einsätze der Feuerwehr berechnet. „Bevor alles digitalisiert wurde, habe ich dann stundenlang zuhause in meinem Kämmerchen gesessen und das Salär für jeden Einsatz jedes Kameraden abgezählt“, lacht Manfred Gaubisch bei der Erinnerung, „und dann bin ich mit einem Koffer voller Geld und gefüllter Umschläge zur Versammlung und habe die Kameraden ausbezahlt.“

Der Sonntagvormittag war für das Ehrenamt reserviert

Mit 50 Jahren ist Manfred Gaubisch aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, das Arbeitspensum als Leiter des Rechnungswesens in einem Stuttgarter Konzern und der aktive Dienst ließen sich nicht mehr miteinander vereinbaren. Doch nach wie vor sind unzählige Stunden in das verantwortungsvolle und aufwendige Ehrenamt geflossen: „Dafür war immer der Sonntagvormittag reserviert.“

Auch für einen anderen Verein hat Manfred Gaubisch zwanzig Jahre lang die Kasse verwaltet: Für den Tauchclub Leonberg, bei dem er ebenfalls bis heute passives Mitglied ist. Doch nicht nur nüchterne Zahlen haben eine wichtige Rolle in seinem Leben gespielt, genauso wichtig ist dem durchtrainierten Best-Ager immer auch sein Hobby gewesen und ist es bis heute: der Sport.

Leidenschaftlicher Triathlet, Marathonläufer und Radler

Bei der Feuerwehr hat er als Gruppenleiter den Nachwuchs für das Leistungsabzeichen fit gemacht, und er selbst ist leidenschaftlicher Triathlet, Marathonläufer und Radler. Gut 300 Wettkämpfe hat er erfolgreich bestritten, davon rund 200 Läufe und 100 Triathlons. Er ist in New York und Honolulu gestartet und sogar auf der berühmten „Ironman“-Strecke auf Hawaii gelaufen, wenn auch nicht im Wettkampf: „Aber es ist toll, wenn der ‚Ironman‘ im Fernsehen übertragen wird und ich genau weiß, wie sich das unter den Sohlen anfühlt“, schmunzelt er.

Der Großteil seiner Trophäen ist inzwischen in Kartons verstaut, doch im Haus zieren nach wie vor etliche Medaillen den Treppenaufgang, dahinter hängen einige großformatige Plakate von den internationalen „World Firefighter Games“, der Feuerwehr-Olympiade. An den Triathlons, die im Rahmen dieser Spiele stattfinden, hat Manfred Gaubisch regelmäßig teilgenommen.

Liverpool, Daegu (Südkorea) oder Sydney sind nur einige der Stationen, an denen er sich mit anderen gemessen hat – und an jede hat er besondere Erinnerungen: „Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn man zusammen mit 3000 anderen Wettkämpfern in Liverpool Beatles-Songs singt“, beschreibt er einen echten Gänsehautmoment. Genauso wie der Blick in die südkoreanischen Kochtöpfe: „Es hat alles gut geschmeckt, auch wenn wir nicht wussten, was wir da mit Händen und Füßen bestellt haben“, lacht er.

Zur Olympiade nach Paris

Inzwischen hat er das Tempo ein wenig verringert, aber nur ein wenig. In diesem Jahr will er mit seiner Frau Margit, die ebenso sportbegeistert ist wie er, mit dem Fahrrad von Hamburg an die Nordsee und von dort nach Hause fahren: „Knapp 1000 Kilometer.“ Auch für das nächste Jahr ist schon ein Urlaub geplant: „Wir fahren zu den Olympischen Spielen nach Paris“, verrät er, „die Karten haben wir schon.“ Und gefahren wird, man ahnt es schon: „Natürlich mit dem Rad.“

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