Vor 50 Jahren hat Wolfgang Mareczek das Weil der Städter Kino übernommen. Jetzt feiert es runden Geburtstag. Trotz großen Multiplex-Häusern und Streaming sorgt sich der Kino-Chef nicht um die Zukunft der Branche.

Das Jahr 1973 neigt sich dem Ende zu, als in Deutschland gerade Menschen an autofreien Sonntagen über leere Autobahnen spazieren, „Das fliegende Klassenzimmer“ mit Joachim Fuchsberger über die Leinwände der Nation flimmert und ein 22-jähriger Wolfgang Mareczek in Stuttgart eine Zeitungsannonce aufgibt – er sucht ein Kino, gerne auch zur Wiedereröffnung. Die Co op Schwaben, eine Konsumgenossenschaft, entdeckt die Anzeige. Wenig später hat Mareczek einen Mietvertrag in der Tasche – er ist nun Betreiber eines Kinos in Weil der Stadt, einem Ort, mit dem er zuvor nur wenig zu tun hatte. Heute, 50 Jahre später, feiert das Kino unter seiner Führung den fünfzigster Geburtstag.