5:1-Sieg gegen Augsburg Gladbach stürmt an die Spitze der Tabelle

Von red/dpa 

Mit so einer Leistung dürfte Augsburg aus der Bundesliga absteigen. Nach einer indisponierten Anfangsphase und drei Gegentoren in 13 Minuten erleben die Schwaben beim neuen Spitzenreiter Mönchengladbach ein kleines Debakel. Die Spieler finden dafür deutliche Worte.

Breel Embolo jubelt nach seinem Treffer zum 5:1. Augsburgs Tomas Koubek ist bedient. Foto: dpa/Marius Becker
Breel Embolo jubelt nach seinem Treffer zum 5:1. Augsburgs Tomas Koubek ist bedient. Foto: dpa/Marius Becker

Mönchengladbach - Im niederrheinischen Dauerregen konnte Florian Niederlechner den erschreckend schwachen Auftritt seines FC Augsburg kaum fassen. Die weitgehend indisponierten Schwaben gingen bei Borussia Mönchengladbach am Sonntag mit 1:5 (0:4) unter und schlitterten in eine kleine Krise. „Es tut echt weh, mit so einer Scheiß-Niederlage in die Länderspielpause zu gehen“, sagte der Stürmer, dessen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:4 (80.) niemanden mehr interessierte.

In der Tabelle der Fußball-Bundesliga hat der FCA nur noch einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegszone - während die Gladbacher dank des Kantersieges den Sprung an die Spitze bejubelten.

Augsburg wird in der ersten Halbzeit überrannt

In einer völlig missratenen Anfangsphase fiel schon nach drei Gegentoren in 13 Minuten die Vorentscheidung: Denis Zakaria (2. Minute) und zweimal Patrick Herrmann (8./13.) ließen die Hausherren früh jubeln. Alassane Plea nach einem schlimmen Patzer von Torwart Tomas Koubek gelang Treffer Nummer vier (39.). Als die Gladbacher in der Schlussphase etwas nachließen, schoss Niederlechner den Ehrentreffer (80.). Kurz danach aber stellte Breel Embolo den Vier-Tore-Vorsprung für die Borussia wieder her (83.).

Vor allem vom Beginn vor 50 352 Zuschauern waren die Gäste selbst erschrocken. „Wenn du so eine schlechte 1. Halbzeit spielst, hast du in der Bundesliga nichts verloren“, sagte Niederlechner bei DAZN. Abwehr-Kollege Philipp Max ergänzte: „So eine erste Halbzeit dürfen wir nie wieder anbieten. Wie haben eine katastrophale erste halbe Stunde gespielt. Alles andere will ich gar nicht kommentieren.“

Frustrierte Augsburger übertreiben mit Härte

„Deutscher Meister wird nur der VfL“, sangen die Borussen-Fans bereits in jener Anfangsphase, in der die Elf vom Niederrhein die erschreckend schwachen Schwaben an die Wand spielte. Derart gut und überlegen hatten die Gladbacher in dieser Saison bislang nur in der ersten Halbzeit beim 1:0-Derbysieg beim 1. FC Köln gespielt. Die Augsburger indes erinnerten an die Vorstellung beim 1:8 im Frühjahr beim VfL Wolfsburg - die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte.

Das in Gladbach nicht konkurrenzfähige Team von Trainer Martin Schmidt ließ Borussias Angriff viel zu viel Platz und verweigerte lange jegliche Zweikämpfe. Später übertrieben es die frustrierten Augsburger hingegen mit ihrer Härte.

Herrmann trifft doppelt

Nach der frühen Führung durch Zakarias erstes Saisontor nach Vorarbeit von Marcus Thuram legte Plea zweimal für Doppeltorschütze Herrmann auf. Kurz vor der Pause bekam Plea sein erstes Heimtor der Saison von FCA-Keeper Tomas Koubek geschenkt, als dieser einen Ball mit der Hacke spielen wollte und stolperte. Nach der Pause verkam die Partie zu einem Trainingsspiel.

Als die Borussia nach der Pause im Gefühl der komfortablen Führung deutlich den Gang raus nahm, kamen die Augsburger zu Chancen. Der frühere Gladbacher André Hahn, der neben Jan Moravek und Michael Gregoritsch im Vergleich zum 0:3 gegen Leverkusen neu in die Startelf gekommen war, lupfte einen Ball allein vor Torhüter Yann Sommer am Kasten vorbei (75.). Niederlechner machte es danach besser.

Nach acht Gegentoren in zwei Spielen hat Coach Schmidt nun viel Arbeit in der Länderspielpause zu verrichten. Denn es wird nicht einfacher für den FCA: In zwei Wochen wartet der FC Bayern München.