Ola Källenius und Co. Das verdienen die Mercedes-Chefs

Mercedes-Benz-Vorstandschef Ola Källenius legt zu und steigert seine Gesamtbezüge auf mehr als sechs Millionen Euro. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Die Vorstände profitieren vom Rekordjahr 2021 und geben ehrgeizige Ziele vor. Aber Russlands Krieg überschattet den Ausblick.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau: Matthias Schmidt (mas)

Das Rekordjahr von Mercedes-Benz zahlt sich auch für den Vorstand aus. Wie aus dem am Freitag veröffentlichten Vergütungsbericht hervorgeht, steigen die Gesamtbezüge von Vorstandschef Ola Källenius von 5,87 Millionen Euro im Vorjahr auf 6,142 Millionen Euro.

 

Der schwäbische Autohersteller hat 2021 trotz der Chipkrise seine Umsatzrendite auf den Rekordwert von 12,7 Prozent steigern können. Auch die vorgeschlagene Dividende steigt mit fünf Euro pro Aktie auf einen nie da gewesenen Wert. Zieht man einen rein buchhalterischen Wertzuwachs aus der Abspaltung von Daimler Truck ab, erzielte der Konzern einen Gewinn von gut 14 Milliarden Euro. Die Mitarbeiter erhielten eine Erfolgsprämie von 6000 Euro.

Auch der frühere Vorstand Zetsche erhält noch Millionen

Källenius verdiente rund doppelt so viel wie seine Vorstandskollegen. Der für das China-Geschäft zuständige Hubertus Troska liegt mit 3,63 Millionen auf Platz zwei. Je um die 3,1 Millionen stehen bei Renata Jungo Brüngger (Integrität und Recht), Britta Seeger (Vertrieb), Markus Schäfer (Technik, Entwicklung, Einkauf) und Harald Wilhelm (Finanzen) in der Tabelle. Der mittlerweile als Chef von Daimler Trucks fungierende Martin Daum kam bis 9. Dezember auf 2,87 Millionen. Sabine Kohleisen (Personal) und Jörg Burzer (Produktion) wurden erst im Dezember in den Vorstand berufen.

Die genannten Werte beziffern die Zielgesamtvergütung. Sie umfasst das Fixgehalt (rund 30 Prozent) sowie kurz- und mittelfristige Boni (30 Prozent) und die langfristig orientierte Erfolgsbeteiligung (40 Prozent). Da ein Teil der Bezüge erst später ausgezahlt wird, liegen die real ausgezahlten Summen teilweise erheblich darunter. So flossen Källenius laut Mercedes im Jahr 2021 knapp 3,8 Millionen zu. Sein 2019 ausgeschiedener Vorgänger Dieter Zetsche erhielt aus früheren Bonusprogrammen plus Rentenzahlungen im vergangenen Jahr noch 3,5 Millionen.

Risiken wegen des Kriegs in der Ukraine werden als hoch eingestuft

Auch fürs laufende Geschäftsjahr peilt Mercedes-Benz mit den Pkw eine Umsatzrendite von 11,5 bis 13 Prozent an. Die im Geschäftsbericht veröffentlichte Prognose aber weist an zahlreichen Stellen auf weitreichende Risiken wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine hin. Dies lasse sich zwar noch nicht quantifizieren, das Risiko wird jedoch als hoch eingestuft. Das steht für potenzielle Auswirkungen von einer Milliarde Euro oder mehr.

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Laut Bericht könnten viele Bereiche betroffen sein: Absatz, Produktionsabläufe, Einkaufs- und Logistikprozesse, beispielsweise durch Unterbrechungen von Lieferketten und der Energiebelieferung oder durch Engpässe bei Bauteilen und Rohstoffen. Auch drohten verstärkt Cyberangriffe und der Wertverlust von Anlagen in Russland. Zum 31. Dezember 2021 hat Mercedes Vermögenswerte von rund zwei Milliarden Euro in den russischen Tochtergesellschaften bilanziert. Zudem bestünden dort Verbindlichkeiten gegenüber Banken von rund einer Milliarde Euro, für die der Konzern eine Globalbürgschaft abgegeben hat. „Eine potenzielle Enteignung von Vermögenswerten russischer Tochtergesellschaften würde diese Risiken verschärfen“, heißt es im Bericht.

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