6500 Menschen in Gefahr Damm in England droht zu brechen

Land unter: Polizisten sperren die überschwemmte A 555  nahe Manchester Foto: dpa
Land unter: Polizisten sperren die überschwemmte A 555 nahe Manchester Foto: dpa

Tausende Menschen müssen in Großbritannien in Sicherheit gebracht werden. Ein Damm – quasi vor ihrer Haustür – droht zu brechen. Die Helfer versuchen mit allen Mitteln, die drohende Katastrophe abzuwenden.

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Whaley Bridge - Nach tagelangen heftigen Regenfällen hat die Polizei den nordenglischen Ort Whaley Bridge wegen eines drohenden Dammbruchs evakuiert. Mehrere Tausend Menschen waren davon betroffen. Durch den schweren Regen sei das Toddbrook Reservoir nahe dem Städtchen südöstlich von Manchester schwer beschädigt worden, teilte die Umweltbehörde am Donnerstag mit. Der Pegel des Flusses River Goyt könne schnell steigen, sollte Wasser aus dem Staudamm austreten. Es bestehe Lebensgefahr, warnte die Polizei. Menschen sollten der Gegend fernbleiben.

Feuerwehrtrupps bemühten sich, mit Hochleistungspumpen den Pegel des Reservoirs zu senken. Ein Vertreter der Flussbehörde sagte, man könne erst „frühestens nach 24 Stunden“ sagen, ob ein Dammbruch ausgeschlossen werden könne. Experten befürchteten zudem, dass ein beschädigter Überlauf endgültig zusammenbrechen und „massive Überflutungen“ auslösen könne.

In der Nacht zum Freitag wurde ein Hubschrauber zur Unterstützung angefordert. Dieser solle rund 400 Tonnen Material zum Umleiten des Wasserzuflusses in das Toddbrook Reservoir einfliegen, berichtet der Sender BBC. Die stellvertretende Polizeichefin der Region, Rachel Swann, wollte sich nicht zu den Erfolgsaussichten des Helikopter-Einsatzes der Royal Air Force äußern. „Zu dieser Zeit ist die Zukunft des Damms ungewiss, daher möchte ich die Menschen an die Gefahr erinnern, die ihnen droht, sollte der Damm brechen“, sagte sie.

Menschen werden in Pubs und Gemeindehallen untergebracht

Die Polizei rief die Anwohner auf, ihre Haustiere und Medikamente mitzunehmen bei Freunden und Verwandten in der Umgebung Unterschlupf zu suchen. Den übrigen Menschen sei in den umliegenden Ortschaften Unterkunft in Pubs und Gemeindehallen angeboten worden, hieß es bei BBC.

Viele der etwa 6500 Einwohner von Whaley Bridge versammelten sich im Nachbarort Chapel-en-le-Frith in einer Schule, um weitere Informationen zu bekommen. „Ich habe so etwas noch nicht gesehen“, sagte eine besorgte Anwohnerin dem Sender BBC. Teile des Ortes seien „wie eine Geisterstadt“, berichtete ein Einheimischer. „Das ist hier ziemlich verlassen.“ Die Einwohner gingen davon aus, dass im Falle eines Dammbruchs ihr Ort weitgehend zerstört werden würde. Die Wassermassen würden dann direkt durch den Ort fließen, sagte David Holt aus Whaley Bridge dem Sender Sky News.

Auf Bildern, die von Hubschraubern aus aufgenommen worden waren, war eine starke Beschädigung des Staudamms zu erkennen. Das Toddbrook Reservoir stammt Berichten zufolge aus dem 19. Jahrhundert.

Von dem Dauerregen war auch die Umgebung betroffen. Bahnstrecken und Straßen mussten teils gesperrt werden. Ein Pfadfinderlager mit 4500 Teilnehmern aus 23 Ländern wurde abgebrochen.




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