66. Berlinale Das Recht auf Glück

Dieter Kosslick mit der diesjährigen Berlinale-Tasche Foto: dpa
Dieter Kosslick mit der diesjährigen Berlinale-Tasche Foto: dpa

Jetzt steht das Programm der Berlinale fest: Die Filmfestspiele, die von 11. bis 21. Februar in Berlin stattfinden, geben sich diesmal ein Oberthema und erzählen vom Überleben und von extremen Entscheidungen

Korrespondenten: Katja Bauer (tja)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Berlin - Mit amüsantem Popcornkino für Abiturienten fängt die Berlinale an: „Hail Caesar!“ heißt der Eröffnungsfilm der Coen-Brüder, zu dem Stars wie George Clooney, Jude Law, Channing Tatum und Tilda Swinton am 11. Februar über den Roten Teppich schreiten werden. Mit der Komödie aus der Welt der Hollywood-Studios in den frühen fünfziger Jahren sind zum Start schöne Bilder garantiert, ins Rennen um die Bären geht sie dagegen nicht.

Schwere Themen

Vom 11. bis 21. Februar werden 434 Filme in den verschiedenen Sektionen der 66. Internationalen Filmfestspiele gezeigt, dazu kommen 700 weitere beim European Filmmarket. 18 Filme konkurrieren im Wettbewerb um die begehrten tierischen Trophäen – und die Jury mit ihrer Präsidentin Meryl Streep wird eine ganze Menge Sitzfleisch brauchen. Denn auf Streep und ihre Mitstreiter – die Schauspieler Lars Eidinger, Clive Owen und Alba Rohrwacher, die französische Fotografin Brigitte Lacombe, der britische Filmkritiker Nick James und die polnische Filmemacherin Malgorzata Szumowska – warten schwere Themen und lange Werke.

Mit Blick auf die Fluchtbewegungen von Millionen Menschen in aller Welt sehe er für diese Berlinale ein überwölbendes Thema, sagte der Festivaldirektor Dieter Kosslick am Dienstag bei der Vorstellung des Programms: Viele Filme behandelten das Recht auf Glück, so Kosslick. Menschen hätten ein „Recht auf Heimat, Liebe, Selbstbestimmung, Arbeit, Leben und Überleben“. Erstmals rufen die Filmfestspiele die Kinogänger zu Spenden für Flüchtlinge auf – in diesem Fall für das Berliner Behandlungszentrum für Folteropfer. Die Berlinale setze sich seit 1951 für Völkerverständigung ein, sagte Kosslick. Das Programm solle auch zeigen, dass man sich der gesellschaftlichen Situation bewusst sei. Im Wettbewerb behandelt der Film „Fuocoammare“ des Italieners Gianfranco Rosi das Thema Flucht am direktesten – Rosi filmte über mehrere Jahre auf Lampedusa.

Einziger deutscher Wettbewerbsbeitrag

Im einzigen deutschen Wettbewerbsbeitrag, „24 Wochen“, schildert die Absolventin der Ludwigsburger Filmakademie, Anne Zohra Berrached, die Situation eines Paares, das ein Kind mit Down Syndrom und Herzfehler erwartet – auch dieser Film, so Kosslick, behandle die Frage nach dem Recht auf Glück. Um die Bären konkurrieren auch zwei deutsche Koproduktionen: die Fallada-Verfilmung „Jeder stirbt für sich allein“ des Schweizers Vincent Perez um ein Ehepaar im Widerstand gegen die Nazis mit Daniel Brühl und Emma Thompson, sowie das neue Werk des Iraners Rafi Pitts „Soy Nero“.

Mit mehr als acht Stunden Dauer läuft die philippinische Produktion „A Lullaby to the Sorrowful Mystery“ als längster Film der Festivalgeschichte. Der US-Filmemacher Spike Lee zeigt außer Konkurrenz seinen Film „Chi-Raq“ über Waffengewalt mit Wesley Snipes und Samuel L. Jackson. Doris Dörrie stellt im Panorama Special „Grüße aus Fukushima“ vor. In der Generation-Reihe für Jugendliche wird die Weltpremiere von Hans Steinbichlers Film „Das Tagebuch der Anne Frank“ gezeigt.




Unsere Empfehlung für Sie