72. Fellbacher Herbst Präsente Polizei unterbindet die Reibereien

Von Dirk Herrmann 

Die positive Bilanz des 72. Herbstfests wird nur durch wenige Vorfälle getrübt. Neben Beleidigungen vor allem gegen die Vollzugsbeamten und Handgemengen mit Körperverletzungen kam es auch zu einer sexuellen Belästigung an einer 14-Jährigen.

Das Atrium der Schwabenlandhalle ist auch beim 72. Herbstfest ein beliebter Treffpunkt. Foto: Patricia Sigerist
Das Atrium der Schwabenlandhalle ist auch beim 72. Herbstfest ein beliebter Treffpunkt. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Wenn mehr als 250 000 Menschen an vier Tagen in die Innenstadt strömen, dann können manche Reibereien nicht ausbleiben. In den vergangenen Jahren jedenfalls gab es während des Fellbacher Herbsts öfter Negativschlagzeilen über Prügeleien oder rivalisierende Jugendgangs. Die 72. Ausgabe des Großereignisses bietet allerdings keinen Anlass zum Verdruss, im Gegenteil: Die Organisatoren, die Gewerbe-, Stand- und Festzeltbetreibende sowie die Polizei und Ordnungskräfte zogen am Montag ein sehr positives Resümee.

Die Polizeibeamten suchten im Vorfeld immer wieder das Gespräch mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen

„Die Atmosphäre war schön und entspannt“, fassten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes die bisherigen Festtage zusammen: „Sowohl beim Festzug als auch an den einzelnen Tagen hatten wir sehr viele Besucher.“ Als „freundlich“, „entspannt“ und „wunderbar gesellig“ charakterisierten die Teilnehmer den Verlauf.

Auch die Polizei verzeichnete einen „ruhigen Fellbacher Herbst“, so Jan Kempe, kommissarischer Leiter des Fellbacher Polizeireviers. Mit gezielten und verstärkten Kontrollen waren die Polizeibeamten an den Festabenden im Einsatz. „Wir haben bewusst Präsenz gezeigt“, so Kempe. Die Polizeibeamten suchten im Vorfeld immer wieder das Gespräch mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen und hatten damit Erfolg. „Für die große Teilnehmerzahlen gab es nur wenig Vorkommnisse, die aber natürlich nicht unterschätzt werden dürfen“, bilanzierte Jan Kempe.

In guter Kooperation arbeiteten Sicherheitskräfte, städtische Mitarbeiter und das Deutsche Rote Kreuz Hand in Hand

Neben Beleidigungen vor allem gegen die Vollzugsbeamten und Handgemengen mit leichten Körperverletzungen kam es auch zu einer sexuellen Belästigung einer 14-Jährigen. „Wir haben sofort reagiert und konnten den Täter noch vor Ort festnehmen“, stellte der Leiter des Polizeireviers fest. Auch Sachbeschädigungen und Ordnungswidrigkeiten wie über 40 falsch geparkte und abgeschleppte Fahrzeuge beschäftigten die Sicherheits- und Ordnungskräfte.

In guter Kooperation arbeiteten Sicherheitskräfte, städtische Mitarbeiter und das Deutsche Rote Kreuz Hand in Hand, sodass Unstimmigkeiten schnell geklärt werden konnten. Während beispielsweise eine Siebenjährige, die beim Umzug am Sonntag kurzzeitig verloren gegangen war, wohlbehalten zu ihren Eltern zurückgebracht wurde, musste ein stark alkoholisierter Besucher am Sonntagabend auf seinen innigsten Wunsch verzichten. „Wir konnten ihm seine Fahrt im Kinderkarussell aus Sicherheitsgründen nicht erlauben“, stellt ein Polizeisprecher schmunzelnd fest.

Natürlich habe es auch die ein oder andere kleine Panne gegeben

Die gute Stimmung des Festes war auch in den Festzelten und bei den Ständen spürbar. Es wurde getanzt, draußen gefeiert oder sich in Ruhe bei einem guten Glas Wein unterhalten. „Es war sehr gut. Das Wetter, wie gemalt“, fasste Andrea Ellinger ihren Festzeltbetrieb zusammen. Sie lobte nicht nur die gute Organisation, sondern auch das Feuerwerk, dass dieses Jahr eine halbe Stunde später stattfand. „Mit dem neuen Standplatz sind wir sehr zufrieden. Auch die Gäste loben den neuen Standort“, erklärte Ingrid Putler. Die Festzeltbetreiberin hatte aus Sicherheitsgründen ihren Stellplatz verlegen müssen.

„Als grandios“, bezeichnete Florian Gruner, Geschäftsführer Stadtmarketing, den verkaufsoffenen Sonntag. Trotz der Bedenken, dass das gute Wetter nicht zum Shoppen verführe, waren die Straßen voll, die Besucher gut gelaunt und die mehr als 160 beteiligten Unternehmen sehr zufrieden. „Wir sind hocherfreut über den bisherigen Verlauf des Fellbacher Herbstes“, so auch die Bilanz von Oberbürgermeisterin Gabriele Zull am Montag. Natürlich habe es auch die ein oder andere kleine Panne gegeben, so sei die Erntekrone auf dem Festwagen durch den Kontakt mit dem Dach der neuen Kelter etwas ramponiert oder das Fellbach Lied beim Festakt leider nicht gesungen worden. Aber beim Fazit waren sich alle Beteiligten am Montagmittag einig: „Ein toller, friedlicher und erfolgreicher 72. Fellbacher Herbst!“




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