72-Stunden-Aktion in Stammheim Die Welt ein Stückchen besser gemacht

Von Petra Mostbacher-Dix 

Drei Tage lang haben Mitglieder der Katholischen jungen Gemeinde auf der Stammheimer Jugendfarm geschuftet, um Spielgeräte wieder in Schuss zu bringen.

Die  fleißigen Helfer der KjG mit Vorstandsmitgliedern des Bürgervereins, Bezirksvorsteherin sowie der    Jugendfarmleiterin und Besuchern Foto:  
Die fleißigen Helfer der KjG mit Vorstandsmitgliedern des Bürgervereins, Bezirksvorsteherin sowie der Jugendfarmleiterin und Besuchern Foto:  

Stammheim - Die Holzverschalung steht bereits am Hügel hinter der Tarzanschaukel. Auch der Drehmechanismus des Karussells ist mittlerweile einbetoniert. Und die neue Einfassung des Reitplatzes sieht ebenfalls schon richtig gut aus. Dort sind gerade zwei junge Männer am Werk. „Wir schaffen das auf jeden Fall bis morgen“, erklären sie lachend. Sie und die 20 anderen Mitglieder der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) im Alter ab 14 Jahren, die an den „Baustellen“ zugange sind, haben einmal mehr am Wochenende für einen guten Zweck rangeklotzt: Sie nahmen an der 72-Stunden-Aktion teil, der Sozialaktion des Bundes der Katholischen Jugend (BDKJ). Von 17.07 Uhr des vergangenen Freitagnachmittags, also dem 23. Mai, bis 17.07 Uhr am folgenden Wahlsonntag brachten sie die Spielgeräte der Jugendfarm wieder auf Vordermann und bauten Neues auf, wie beispielsweise das Karussell.

Bereits 2009 und 2013 auf der Jugendfarm allerlei ertüchtigt

Die KjG Stammheim hat bereits in den Jahren 2009 und 2013 auf der Jugendfarm allerlei ertüchtigt und installiert. Dass sie dort in diesem Jahr wieder im Einsatz sein würden, erfuhren sie mit der Auftaktveranstaltung am 23. Mai. Vorab indes hätten sie den Organisatoren mitgeteilt, dass sie gerne wieder etwas Handwerkliches machen würden. Als dann ab Schlag 17.07 Uhr klar war, wo das Team eingesetzt werden würde, galt es, die benötigten Materialien und weitere Helfer zu besorgen, etwa Holz, Mulch, Sand, Farbe und mehr. „Die hiesigen Firmen, Kleinunternehmer und Bürger haben uns dabei sehr unterstützt“, so Patrick Zisler, einer der KjG-Jugendleiter. Er sei mit Anhänger unterwegs gewesen, um die Sachspenden einzusammeln. „Ich habe einen entsprechenden Führerschein, wir haben uns so eingeteilt, dass jeder seine Kompetenzen am richtigen Ort einbringen kann.“ Die Freiwilligen kämen aus allen Schul- und Berufsgruppen: Die handwerklich Begabten schraubten, sägten, hämmerten und bauten denn auch an den Geräten, während andere für Nachschub und Planung sorgten. Unterstützt wurde die KjG-Mannschaft von allerlei Besuchern. Bäcker und Metzger spendierten Leckereien, Eltern brachten Salate und auch Käsespätzle. Auch Stefan Kulle vom Kirchengemeinderat schaute vorbei, genauso wie Stammheims Bezirksvorsteherin Susanne Korge. „Das ist eine tolle Aktion“, so Korge. „Es ist eine echte Win-win-Situation für beide Seiten, für die, die sich einsetzen und die Kinder, die zur Jugendfarm kommen. Letztlich geht es auch darum, soziales Miteinander zu befördern.“

Futter-Spende des Bürgervereins von 500 Euro

Weil auch der Bürgerverein Stammheim die Arbeit der Jugendfarm, die 1972 als eine der ersten in Stuttgart eröffnet wurde, gut findet, bedachte er diese mit einer Futter-Spende von 500 Euro. Diese übergaben die Bürgerverein-Vertreter Georg Kämmler und Anne Gabius an Jugendfarm-Leiterin Sigrun Dannemann während der 72-Stunden-Aktion. „Die Heuernte ist wegen der Dürre im vergangenen Jahr ausgefallen, hier wollten wir Abhilfe schaffen“, so Gabius, Vorsitzende des Bürgervereins. „Auf der Jugendfarm lernen die Kinder über die Natur und auch den Umgang mit Tieren, erfahren dabei, was Verantwortung bedeutet.“ Und Kämmler ergänzte, dass die Kinder an diesem Ort noch Kinder sein dürften, Freiheit erleben könnten. Sigrun Dannemann freute sich, über den Zuspruch und die Spende – und freilich, dass die 72-Stunden-Aktion wieder auf der Jugendfarm stattfand. „Wir haben sehr viel Rückhalt in der Bevölkerung.“

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