75 Jahre Musikschule Esslingen Zum Jubiläum gibt’s ein eigens komponiertes Musical

Der böse Nulp beherrscht mit seinen Wurmtruppen das Kraftwerk im Aschenland. Foto: Rainer Kellmayer

Mit „Das Mädchen aus dem Aschenland“ feiert die Esslinger Musikschule ihr 75-Jähriges. Entstanden ist es aus einer Kooperation der Musikschule mit der Stuttgarter Musikhochschule.

Zündende Musik, knisternde Spannung und eine Prise Lokalkolorit: Mit diesen Zutaten gewürzt brachte die Städtische Musikschule Esslingen das Musical „Das Mädchen aus dem Aschenland“ auf die Bretter der Württembergischen Landesbühne. „Die unter dem Kooperationsgedanken stehende Produktion ist ein Höhepunkt der Veranstaltungen zum 75-jährigen Bestehen unserer Schule“, sagte der Musikschulleiter Jochen Volle.

 

Es erwies sich als Glücksfall, dass der Pianist Robert Bärwald, der als Klavierlehrer an der Esslinger Musikschule arbeitet, zudem einen Lehrauftrag an der Stuttgarter Musikhochschule hat. Er nutzte die Synergieeffekte: In seiner Regie verwuchsen die Studenten mit den Musikschülern der studienvorbereitenden Klassen zu einer Einheit.

Meist wird live gesungen

Zwei Klangblöcke wurden eingespielt – ansonsten sangen die Akteure live, unterstützt von einer kleinen Combo. Und im Freiheitschor sorgten neben den „Rolling Tones“, dem Jugendchor der „Rhythmicals“, Musikschülerinnen und Musikschüler sowie Mitglieder der Jugendkantorei der Stadtkirche Esslingen für gewaltige stimmliche Ausbrüche.

Die fantastische Geschichte, die von der Esslinger Schauspielerin und Autorin Marion Jeiter in eine Bühnenfassung gebracht wurde, basiert auf dem Roman „Das Mädchen aus dem Aschenland“ von Ulrich Stolte. Ziel des Regieteams war, dieses geheimnisvolle Aschenland mit Licht und Klängen lebendig werden zu lassen.

Dafür sorgte die von den Komponisten Denis Makram, Mathis Bossert und Lars Krech geschriebene Musik ebenso wie das sparsame, jedoch wirkungsvolle Bühnenbild. Überdies fügten eine stimmungsvolle Beleuchtung und die gelungene Dramaturgie die verschiedenen Stränge zu einem harmonischen Ganzen.

Die dramatisch aufwallenden Klänge der Ouvertüre stimmten ein auf die spannend-skurrile Fantasy-Geschichte um das knochige Kraftwerk mit seinen drei Türmen, das im Aschenland an einem Fluss zwischen Bergen liegt. Es brauchte nicht viel Fantasie, um an ein ähnliches Bauwerk nahe Esslingen zu denken.

Immer neue Feinde wachsen nach

Von dem von Wurmtruppen kontrollierten Kraftwerk geht Gefahr aus: Es bedroht die Bevölkerung und bringt die Zeit zum Stillstand. Um dagegen zu kämpfen, geht das mutige Mädchen Sina (Nora Kröker) eine Allianz mit der von Lara Rühle pointiert dargestellten Hexe ein. Diese kann die unter dem gruseligen Wurmtruppenführer, dem bösen Nulp (Robert Reinelt), angreifenden Wurmtruppen zwar mit einem geheimnisvollen Zaubertrank stoppen, doch immer wieder wachsen neue Feinde nach. Ein wilder Kampf des aufgebrachten Volks mit den Wurmtruppen bricht aus, und schließlich dringt Sina in das Kraftwerk ein. Sie stellt die Maschinen ab, und die dadurch entfesselten gewaltigen Wassermassen des Flusses zerstören alles. Auf einem Floss retten sich die Protagonisten aus den reißenden Fluten.

Damit das Ganze nicht allzu dramatisch wird, ist als Rahmenhandlung eine Liebesgeschichte integriert: Die Hexe verliebt sich in den schmucken Galgant (Samuel Münzmay), und auch eine Muskelkatze (Vitus Glass) belebt das Geschehen. Natürlich gibt es ein Happy End: Die Zeit beginnt wieder zu ticken, und alle sind glücklich und zufrieden.

Das harmonische Ende der Geschichte begeisterte insbesondere die vielen jungen Zuschauerinnen und Zuschauer: Die Akteure wurden mit Beifall überschüttet und mit Ovationen gefeiert.

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