8. Schönbuch Trophy in Herrenberg Über Stock und Stein durch den Wald
Bei der 8. Schönbuch Trophy mit Start und Ziel in Herrenberg sind mehr als 1100 Sportler dabei. Die fordernde Strecke ist nichts für Untrainierte.
Bei der 8. Schönbuch Trophy mit Start und Ziel in Herrenberg sind mehr als 1100 Sportler dabei. Die fordernde Strecke ist nichts für Untrainierte.
Der Schlossberg hat es in sich. Vom Marktplatz geht es für die Läuferinnen und Läufer der Schönbuch Trophy extrem steil bergauf, zum Teil Treppen hoch. Und manche machen das sogar zweimal. Denn während die Teilnehmer des 21-Kilometer-Laufs am Sonntagvormittag bei der Rückkehr nach Herrenberg erschöpft, aber glücklich ins Ziel fallen können – gehen die 42-Kilometer-Läufer den Berg noch einmal hinauf und absolvieren eine zweite Runde. Kurzum: Die Schönbuch Trophy ist nichts für Untrainierte. Bei den ambitionierten Sportlern dagegen wird der Wettkampf gerade wegen der speziellen und herausfordernden Route durch den Wald immer beliebter.
Karen und Axel Stahl organisieren seit 30 Jahren Volksläufe und Langdistanzrennen im Kreis Böblingen, die Schönbuch Trophy fand am Wochenende zum achten Mal statt. Am Samstag meistern die Mountainbiker die 24-Kilometer-Runde durch den Schönbuch – von Herrenberg bis Hildrizhausen und zurück. Immer mehr professionell orientierte Lizenzfahrer entdecken das landschaftlich attraktive und sportlich fordernde Rennen. Sie kommen aus ganz Süddeutschland und der Schweiz. „Weil wir sehr früh dran sind, ist das für viele Lizenzfahrer ein guter Start in die Saison“, erläutert Karen Stahl.
Der frühe Termin im Jahr hat auch naturschutztechnische Gründe. Denn als die Stahls die Schönbuch Trophy erstmals ausrichteten, gab es viele Proteste von all jenen, die die Wettkämpfe als Zumutung für den Naturpark sahen. Schließlich fahren und laufen die Sportler fast ausschließlich auf Waldwegen, bei den Aktiven „Trails“ genannt. „Wir haben auf die Proteste gleich reagiert und da gute Lösungen gefunden“, sagt Karen Stahl, „das war zuletzt kein Thema mehr.“
Am Sonntag kommt gegen 10.30 Uhr der erste Läufer nach 21 Kilometern ins Ziel. Samuel Böttinger aus Calw hat nur gut eineinhalb Stunden gebraucht. „Dass man hier zu 99 Prozent auf Trails läuft, ist schon einzigartig“, sagt der 29-Jährige, „das macht Laune.“ Er freue sich riesig über seinen Sieg, auch wenn er in diesem Jahr noch ein ganz anderes Ziel hat: den legendären Triathlon über die Langdistanz im fränkischen Roth am 7. Juli.
Als Siebter trifft Gordon Mai am Marktplatz ein. „Ich habe hier bisher jedes Mal mitgemacht“, sagt der Sindelfinger, nachdem er kurz durchgeschnauft hat, „aber diesmal war’s echt anstrengend – zum Schönbuchturm hoch ist es hart.“ Bei den ersten Rennen sei er im Klassement noch weiter vorne gelandet. „Aber die Konkurrenz wird stärker und ich nicht jünger“, bilanziert der 48-Jährige augenzwinkernd.
Über 1100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind insgesamt an diesem Wochenende am Start. Einige ganz Harte geben sich sogar die Kombinationswertung aus 48 Kilometer Radfahren (Samstag) und 42 Kilometer Laufen (Sonntag). Gut, dass sie alle mit massig Bananen, Hefezopf und Getränken versorgt werden. Zum Beispiel durch Olaf Labrenz, der die Stahls einst über den Sommerbiathlon in Bondorf kennengelernt hat und nun seit gut zehn Jahren bei den Laufevents mithilft – egal ob es Obst zu schnippeln oder Absperrungen zu tragen gibt. „Das sind tolle Veranstaltungen, die bringen Leben in die Städte“, sagt der 64-Jährige, „ich helfe gerne, auch weil man hier lauter nette Leute um sich hat und alles gut organisiert ist.“
Zum Team gehört auch Günther Ansel, der Vater von Karen Stahl, der wie ihr Bruder regelmäßig mithilft. Am Sonntag steht er einige Höhenmeter über dem Marktplatz an der Stiftskirche. „Das ist ein neuralgischer Punkt“, weiß Ansel, „da kommen sich die Kirchgänger und die Läufer manchmal in die Quere.“ Das müsse man dann ein bisschen moderieren, damit es keinen Ärger gibt.
Und schon müht sich der nächste Läufer den steilen Weg zum Schlossberg hoch. Auf ihn warten noch fast 21 Kilometer Strecke. „Respekt“, sagt Günther Ansel und schaut dem schwitzenden Sportler nach.
Mountainbike-Rennen 24 km
Benjamin Merkel (RMSV Langenbrand) 55:33 – Sabine Spinner (RV Pfeil Magstadt) 1:06,28.
Mountainbike-Rennen 48 km
Matthias Alberti (Bad Tölz) 1:46,41 – Katharina Kurz (Wheelsports-nuff. St. Ingbert) 2:08,07.
Trail Run 15 km
Stefan Gackstatter 1:04,11 – Lea Dehner (ASV Horb) 1:11,08.
Trail Run 24 km
Samuel Böttinger (TSV Calw) 1:31,25 – Katrin Köngeter (LAV Stadtwerke Tübingen) 1:51,52.
Trail Run 36 km
Andy Switlick (LV Pliezhausen) 2:49,50 – Sophie Kirkman (TSV Hildrizhausen) 3:17,15.
Trail Run 42 km
Maximilian Kirmeier (WSV Bad Tölz) 3:16,42 – Svenja Erdmann (Rottenburg/Neckar) 3:47,10.
Midi Marsch 24 km
Adrian Jones 3:32,31 – Helene Jeske-Baumann (Rottenburg/Neckar) 3:36,54.
Kombiwertung 24/15 km
Nino Häberlen (RSV Stgt.-Vaihingen) 2:07,55 – Lea Dehner (ASV Horb) 2:23,07.
Kombiwertung 48/42 km
Maximilian Kirmeier 5:23,56.