80 Jahre später Abi-Zeugnis für 98-jährigen Holocaust-Überlebenden

Von red/kna 

Leon Schwarzbaum, der mehrere Konzentrationslager überlebt hat, hat ein neu ausgestelltes Abiturzeugnis bekommen. Der 98 Jahre alte Holocaust-Überlebende musste sein Abiturzeugnis bei der Einlieferung ins Konzentrationslager Auschwitz abgeben.

Schwarzbaum, 1921 in Hamburg geboren, überlebte mehrere Konzentrationslager. Foto: dpa
Schwarzbaum, 1921 in Hamburg geboren, überlebte mehrere Konzentrationslager. Foto: dpa

Berlin/Hannover -  Der 98 Jahre alte Holocaust-Überlebende Leon Schwarzbaum hat ein neu ausgestelltes Abiturzeugnis bekommen. Es wurde ihm am Dienstag in Berlin vom niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) und der Oberlandeskirchenrätin der hannoverschen Landeskirche, Kerstin Gäfgen-Track, überreicht. Wie die Landeskirche erläuterte, hatte Schwarzbaum vor 80 Jahren seine Reifeprüfung am Jüdischen Fürstenberg Gymnasium im polnischen Bendzin abgelegt. Das Abiturzeugnis aber habe er bei der Einlieferung ins Konzentrationslager Auschwitz abgeben müssen.

„Der letzte Jolly Boy“

Die Neuausstellung des Zeugnisses hatte die Evangelische Integrierte Gesamtschule im niedersächsischen Wunstorf organisiert, wie es hieß. Dort war der Dokumentarfilm „Der letzte Jolly Boy“ (D 2017) von Hans-Erich Vieth über Schwarzbaum vorgeführt worden.

Schwarzbaum, 1921 in Hamburg geboren, überlebte mehrere Konzentrationslager. Erst im hohen Alter entschloss er sich, seine Lebensgeschichte öffentlich zu machen. Seither berichtet er Schülern und Auszubildenden über seine Erlebnisse in der Zeit von 1939 bis 1945. Vergangene Woche erhielt er dafür das Bundesverdienstkreuz. Schwarzbaum lebt in Berlin.




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