80 Jahre Vereinsmitglied „Hat mir gefallen, sonst wäre ich nicht so lange geblieben“
Gertrud Lutz ist sagenhafte 80 Jahre Mitglied beim Liederkranz in Weil im Schönbuch, der inzwischen den Namen „Seven Eleven“ trägt.
Gertrud Lutz ist sagenhafte 80 Jahre Mitglied beim Liederkranz in Weil im Schönbuch, der inzwischen den Namen „Seven Eleven“ trägt.
Sage und schreibe 80 Jahre ist Gertrud Lutz Mitglied beim Liederkranz Weil im Schönbuch. 1946 trat sie bei und sang jahrzehntelang aktiv mit.
„Es war eine schöne Zeit. Es hat mir gefallen, sonst wäre ich nicht so lange geblieben“, erklärte die heute 97-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht. Anlässlich des besonderen Jubiläums wurde die erfahrene Chorfrau im Weiler Haus der Musik gefeiert.
„Forever Young“ intonierten die Sängerinnen und Sänger ihr zu Ehren und bei anderen Liedern stimmte auch die rüstige Seniorin kräftig mit ein. Anschließend durfte sie sich als Erste im laufenden Jahr ins „Goldene Buch“ der Gemeinde Weil im Schönbuch eintragen. „Ich kenne in keinem Verein jemand, der 80 Jahre Mitglied ist“, kam selbst Wolfgang Lahl ins Staunen und nannte Gertrud Lutz ein „Vorbild für viele junge Leute“. „Sie haben Geschichte geschrieben“, gratulierte der Weilemer Bürgermeister.
Die Musik liegt bei der Jubilarin nicht nur in der Luft, sondern in der Familie. Und das in bereits fünfter Generation. Bereits ihre Mutter sang vor dem Zweiten Weltkrieg im damaligen Liederkranz. Mit 17 Jahren stieß sie selbst gleich bei der Wiedergründung nach dem Krieg dazu. Lange war ihr 2001 verstorbener Mann Otto Chorleiter und Gertrud Lutz sang selbstverständlich jahrzehntelang aktiv mit. Auch Sohn Franz Lutz übernahm Verantwortung, war 40 Jahre lang im Vorstand und zwölf Jahre Vorsitzender des Vereins, der 1850 gegründet, 1995 in „Gesangverein“ und 2023 in „Seven Eleven“ umbenannt wurde.
Mit Gertrud Lutz' Enkeln ging die musikalische Familiengeschichte weiter. Heute singt die siebenjährige Noa Lotte, eine ihrer vier Urenkelinnen, beim Kinderchor des Liederkranzes Breitenstein, der wie „Seven Eleven“ von Judith Erb-Calaminus geleitet wird.
Aber auch Gertrud Lutz, die am 29. Juli ihren 98. Geburtstag feiert, hat noch immer Musik im Blut und die alten Weisen längst nicht vergessen. Die alte Dame, aufgewachsen auf einem Weilemer Aussiedlerhof, wo sie bis heute ein eigenes Zimmer bewohnt und das eine oder andere mit anpackt, nimmt darüber hinaus regen Anteil am Geschehen im Flecken und der Welt. „Glück, Gottes Segen und hauptsächlich Frieden auf der Erde“, gab sie deshalb als Dank allen Gratulanten mit auf den Weg.
Bevor sie sich sichtlich angeregt dem Plausch mit früheren Sängerkameradinnen und denen die aktuell bei „Seven Eleven“ den Ton angeben, widmete. „Gesundheit, Freude und weitere singende Augenblicke“, wünschte ihr Wolfgang Lahl.