Stadtkind Stuttgart

99 Stunden für 99 Sekunden Film Sowas von Film ab!

Von Katharina Sorg 

In 99 Stunden einen 99 Sekunden Kurzfilm drehen. Diese Herausforderung hat auch ein Stuttgarter Filmteam angenommen. Wir haben beim Dreh zugeschaut.

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Quelle: Unbekannt

Stuttgart - Daumen drücken für Stadtkinder ist angesagt.  Zwei Stuttgarter haben in den vergangenen Tagen mit der Zeit um die Wette gedreht. Sie nehmen an einem Kurzfilm-Award teil, der parallel zur Berlinale vergeben wird. Und zwar an den  99 Fire-Films Awards. Mit diesem Award  ist es ein bisschen so, wie mit einer zu lange aufgeschobenen Hausarbeit. Eines Morgens wachst du auf und merkst: Mist, nur noch vier Tage bis zur Abgabe. Kennen wir schon auch, solch "positiven" Zeitdruck. Es folgen vier schlaflose Nächte und stressige Tage und am Schluss hat man es dann irgendwie doch noch geschafft.

Steffen Böhmer und Thomas Appenzeller ging es in den vergangenen Tagen ähnlich. Nur hatten sie das Thema für ihren Film auch erst am Dienstagmorgen um 10 Uhr erfahren. Steffen und Thomas sind das Filmteam aus der Heimatstadt, das mit etwa 1500 weiteren Bewerbern aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz um den Hauptpreis - passenderweise 9999 Euro - an den Start geht. Da dachten wir, schauen wir doch mal, wie man so einen Kurzfilm in 99 Stunden dreht. Und unterstützen natürlich gleich mal ein Team aus Stuttgart.

Immer schön lächeln

Das Thema lautete "Put a Smile on your Face". Zusätzlich sollte irgendwo die Zahl 500 im Film zu sehen sein. Keine allzu enge Vorgabe, doch die Zeit ist auch nicht gerade üppig, um sich Thema, Drehort und Schauspieler auszusuchen. Steffen und Thomas hatten den Vorteil, auf ihr Team von der Pixelrutsche zurückgreifen zu können. Geschlafen haben die Jungs und ihr Team dann auch nicht wirklich. Acht Stunden in drei Tagen. Dienstag wurde bei Kaffee und Kippen über dem Drehbuch gebrütet. Mittwoch und Donnerstag schließlich schon gedreht. Den ganzen Freitag geschnitten. Und bis Samstag um 13 Uhr musste der ganze Film hochgeladen sein. Da kann einen ein Server schon mal nervös machen.

Ihr Kurzfilm heißt  "Von der Rolle". Um es mit Steffens Worten zu sagen: "Ein junger Vater hat die Schnauze voll vom alltäglichen Hamsterrad und der Maskerade, die die Gesellschaft von ihm fordert". Netterweise wurde dafür nicht irgendwo gedreht, sondern hauptsächlich auf dem Klo. Drehort der Extraklasse sozusagen. Aber die Jungs haben sich was dabei gedacht. Bis zum letzten Blatt. Hat in jedem Fall Spaß gemacht, auch wenn es ziemlich hektisch zuging. So ein Award wäre natürlich was Schönes. Damit sie sich ab und an solche Ausflüge in die Kurzfilmwelt leisten könne, drehen die Leute von der Pixelrutsche nämlich hauptsächlich Imagefilme und Portraits.

Die Jury und das Publikum entscheiden

Vom 10. Februar an kann für die Filme bei MyVideo gevotet werden. Sollte es "Von der Rolle" unter die ersten 99 Filme schaffen, werden wir hier natürlich den Link zum Abstimmen veröffentlichen. Über den besten Film, die beste Idee und die beste Kamera entscheidet zusätzlich noch eine Jury. Da sitzen Regisseur Leander Haußmann, Torsten Koch, Geschäftsführer von Constantin Film, Schauspieler Wotan Wilke Möhring, Kai Wiesinger und Roman Knizka, aber auch Bettina Zimmermann und Wolfgang Joop drin. Mal sehen, wie sie "Von der Rolle" so finden.

Die Pixelrutsche unterstützt mit Kameramännern und Cuttern aber auch noch ein anderes Projekt. Auch dafür wurde in Stuttgart gedreht, unter anderem am Nordbahnhof. Totale Filmstadt eben. Erst gestern wurde der Trailer zum Filmprojekt  Zombie 0711 veröffentlicht.

Hier jetzt aber erstmal "Von der Rolle". Wir drücken die Daumen.

"Von der Rolle" Ein 99Sek Film für den 99FIRE-FILMS-AWARD 2012" Thema: "Put a Smile on your Face" from pixelrutsche on Vimeo.