Christbaum-Abholaktion im Kreis Böblingen Warum das Geld nicht am Baum hängen sollte
In vielen Orten sammeln Ehrenamtliche Weihnachtsbäume gegen eine kleine Spende ein. Es gibt aber einiges zu bedenken.
In vielen Orten sammeln Ehrenamtliche Weihnachtsbäume gegen eine kleine Spende ein. Es gibt aber einiges zu bedenken.
Während in manchen Haushalten der Christbaum noch bis Maria Lichtmess am 2. Februar das Wohnzimmer schmückt, möchten viele Menschen ihre nadelnde Tanne nach Weihnachten so schnell wie möglich loswerden. In Böblingen und Sindelfingen gibt es eine Vielzahl an Christbaumsammelplätzen, zu denen Bürgerinnen und Bürger ihre ausgedienten Weihnachtsbäume selbst hinbringen müssen. Diese Abgabeorte befinden sich meist auf Parkplätzen oder an Straßeneinmündungen und sind entweder durch Schilder oder durch die ersten abgelegten Tannenbäume gekennzeichnet. Die Bürger sollten eines beachten: Lametta, Christbaumkugeln und sonstiger Baumschmuck muss vor der Abgabe unbedingt entfernt werden, da diese den Entsorgungsaufwand enorm erhöhen und zusätzliche Kosten verursachen.
In vielen Städten und Gemeinden im Kreis Böblingen sind auch verschiedene Vereine und Jugendgruppen unterwegs und sammeln nach den Feiertagen gegen eine kleine Spende Tannenbäume ein und entsorgen sie umweltgerecht – ehrenamtlich und mit großem Einsatz. Dieses Mal ist der Abholtermin meist am Samstag, 10. Januar 2026.
Die Unterstützung der Bevölkerung bleibt dabei unverzichtbar: Spenden, die früher an den Baum gehängt wurden, werden heute aus Sicherheitsgründen überwiegend separat gesammelt oder per Überweisung entgegengenommen. Denn immer wieder ist es in der Vergangenheit zu Diebstählen gekommen. So auch in Holzgerlingen, wo der CVJM gegen eine Spende von zwei Euro am Samstag, 10. Januar, ab 12.30 Uhr, Christbäume einsammelt. „Die Spendengelder, die am Baum befestigt wurden, waren in manchen Fällen leider nicht mehr vorhanden“, berichtet Markus Schmid vom CVJM Holzgerlingen. Die Vereinsmitglieder gehen daher von Tür zu Tür und sammeln die Spenden persönlich ein. Zusätzlich werden Zettel verteilt, auf denen ein QR-Code abgebildet ist, durch den man auch digital Spenden kann. Im vergangenen Jahr hat der CVJM Holzgerlingen knapp 10 000 Euro Spenden für die Opfer- und Traumaberatung des Vereins Seehaus gesammelt. Der Erlös der diesjährigen Sammlung in Holzgerlingen ist für das Kinderwerk Lima bestimmt.
Auch in Waldenbuch sammeln Mitarbeiter der Evangelischen Kirchengemeinde und des Fördervereins Jugendarbeit am Samstag, 10. Januar, gegen eine Spende alte Christbäume ein, die bis 9 Uhr am Straßenrand stehen. In der Ankündigung wird betont, dass keine Umschläge mit Geld am Baum befestigt werden sollen, sondern nur ein Zettel mit Namen. Die engagierten Ehrenamtlichen sorgen dann dafür, dass die Spenden direkt bei den Haushalten eingesammelt werden – sicher und zuverlässig.
In Altdorf packt der Posaunenchor wieder kräftig mit an und holt nadelnde Weihnachtsbäume ab. Auch dort ist der Diebstahl von Geld, das an den Bäumen befestigt war, ein Thema, weiß Eberhard Zipperer, der mit seinen Söhnen jedes Jahr mitanpackt. „Aus diesem Grund stellen manche Leute ihre Bäume erst am Morgen des Sammeltages heraus oder hängen nur einen Zettel mit ihrer Anschrift an den Baum. Wir klingeln dann an den Haustüren und sammeln die Spende ein“, erklärt er. Es sei auch gute Tradition, dass die Menschen dann gerne etwas mehr Geld spendeten. Denn es werde ja für einen guten Zweck gesammelt, erklärt Zipperer. In diesem Jahr soll der Erlös in die Arbeit der Kinder-Evangelisations-Bewegung (KEB) fließen. In Herrenberg sammeln die Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg ausgediente Christbäume ein. Sie werden am Samstag, 10. Januar, ab 8 Uhr im Einsatz sein. Um Diebstählen vorzubeugen, bitten sie darum, die Spende von zwei Euro erst am Samstagmorgen an den Baum zu hängen.
Auch in vielen weiteren Orten im Kreis Böblingen sind Ehrenamtliche unterwegs, um ausgediente Christbäume einzusammeln und darauf zu achten, dass die Spenden sicher ankommen. Wie Vereine künftig Spenden-Diebstähle verhindern können, bleibt jedoch eine Herausforderung.