A 81 bei Freiberg am Neckar Schützenhilfe für den Autobahndeckel

Der nächste Schritt für das Mega-Projekt: Bürgermeister Schaible und MdL Gramling trommeln für die Überdeckelung der Autobahn beim zuständigen Staatssekretär – und der kommt zufällig aus dem Landkreis.

Der Deckel über der A 81 soll eine Schnittstelle zwischen dem Ortsteil Geisingen (links der Autobahn) und dem neuen Zentrum mit dem Neubau der Oscar-Paret-Schule bilden. Bürogebäude sind als zusätzlicher Schutz vor Lärm von der Straße vorgesehen . Foto: Visualisierungen/Entwurf: Stadt Freiberg
Der Deckel über der A 81 soll eine Schnittstelle zwischen dem Ortsteil Geisingen (links der Autobahn) und dem neuen Zentrum mit dem Neubau der Oscar-Paret-Schule bilden. Bürogebäude sind als zusätzlicher Schutz vor Lärm von der Straße vorgesehen . Foto: Visualisierungen/Entwurf: Stadt Freiberg

Freiberg/Neckar - Die Stadt Freiberg am Neckar hat sich für ihr Megaprojekt – eine Deckelung der Autobahn 81 – Unterstützung aus Berlin und Ludwigsburg geholt. Bei einem Termin vor Ort machten sich der Landrat Rainer Haas und auch der Staatssekretär im Berliner Verkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU), ein Bild der Lage. Offenbar kamen sie zu der Überzeugung, dass die Idee, die Autobahn zu überdeckeln und darauf Wohnungen zu bauen, gut ist. „In mir haben Sie einen engagierten Unterstützer“, sagte der Landrat Rainer Haas.

Politisch bedeutender dürfte allerdings die Beteiligung Bilgers sein. Der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Ludwigsburg ist seit März Staatssekretär im Verkehrsministerium – und damit genau an der richtigen Stelle, wenn es darum geht, Verkehrsprojekte des Bundes auf den Weg zu bringen. Bilger nannte es ein „spannendes Projekt“, hielt sich ansonsten jedoch bedeckt, was die Realisierungschancen angeht. Bei der Prüfung von Straßenbaumaßnahmen gälten nach wie vor die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit. Das Projekt ist ohnehin noch in einer sehr frühen Phase, es gibt weder einen Kosten- noch einen Zeitrahmen – aber eben den politischen Willen, die Idee, die schon seit der Gründung Freibergs 1972 immer mal wieder aufflammte, in dieser besonderen Form umzusetzen.

Die Autobahn soll auf einer Länge von 450 Metern überdeckelt werden

Die Stadt hatte zusammen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Fabian Gramling im April eine Machbarkeitsstudie dazu vorgestellt. Darin ist eine Überdeckelung der Autobahn auf einer Länge von 450 Metern vorgesehen, angefangen bei der Brücke, die in der Nähe des Hallenbads über die Autobahn führt. Die dadurch gewonnenen 2,9 bis 3,6 Hektar Fläche sollen dann mit Wohnungen und Bürogebäuden bebaut werden. So würden auch die drei Ortsteile zusammenwachsen.

Beim Verkehrsministerium heißt es auf Nachfrage: Der Bund baut nur Deckel, wenn es keine günstigere Alternative gibt oder wenn Stadt und Landkreis die „erheblichen Baukosten“ übernehmen. Die Kosten könnten sehr hoch werden. Die Überdeckelung der A 81 zwischen Böblingen und Sindelfingen zum Beispiel wird 850 Meter lang und voraussichtlich 69 Millionen Euro kosten. Zwischen erstem Beschluss und geplantem Baubeginn 2020 liegen 36 Jahre.

Auch Bürgermeister Dirk Schaible weiß, dass das Projekt „ein dickes Brett“ ist. Aus der Bevölkerung habe er nur positive Rückmeldung bekommen. Und der Wohnungsbau auf dem Deckel sei eine Möglichkeit, das Projekt zum Teil zu refinanzieren.

Für Gramling stehen die Chancen „so gut wie noch nie“

Auch Gramling ist enthusiastischer als Bilger: „Die Chancen stehen so gut wie noch nie“, sagte er. Zum einen müsse die Strecke ohnehin achtspurig ausgebaut werden, da wäre es „sinnvoll, gleich in der großen Lösung zu denken“. Zum anderen könnte man bei der Internationalen Bauausstellung in Stadt und Region Stuttgart im Jahr 2027 mit diesem Leuchtturmprojekt werben. Und zuletzt würde durch diese Lösung Freiberg nicht nur von Abgasen und Lärm der Autobahn entlastet, sondern die Stadt erhielte auch neue Wohnflächen. Erste Gespräche zum Projekt habe er bereits vor anderthalb Jahren geführt.