Rund eineinhalb Monate nach dem verheerenden Lkw-Brand im Autobahntunnel bei Leonberg öffnet in der beschädigten Weströhre eine weitere Spur – ein Zwischenschritt Richtung Normalität.
Pendler und Reisende auf der A 81 und im Leonberger Umland können bald aufatmen. Wie die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest am Dienstagnachmittag mitteilte, wird am kommenden Samstag, 25. April, eine zweite Fahrspur in der Weströhre des Engelbergtunnels in Richtung Autobahndreieck Leonberg öffnen. Die Freigabe erfolge im Laufe des Vormittags.
Die Mitarbeitenden der Autobahn GmbH haben in den vergangenen Wochen wesentliche Brandschäden repariert und die gesetzlich vorgeschrieben Sicherheitseinrichtungen erneuert. Unter anderem wurden sogenannte Linienbrandmeldekabel instandgesetzt, die neu eingebauten Sensoren getestet und die Kameras neu ausgerichtet. „So ist es möglich, im ersten Schritt zumindest eine zweite Fahrspur zu öffnen“, schreibt die Autobahn GmbH.
Hoffnung: Stau- und Unfallgefahr vor dem Engelbergtunnel sinkt
Dies soll dazu beitragen, dass die derzeitigen Staus beim Einfädeln vor dem Tunnelportal geringer werden und damit auch die dortige Unfallgefahr durch Unachtsamkeit sinkt. In den vergangenen Wochen war es im Rückstau zu mehreren schweren Unfällen gekommen, von denen einer sogar tödlich endete. Die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 40 km/h müsse jedoch weiterhin bestehen bleiben.
Der Engelbergtunnel gehört zu den am meisten frequentierten Tunnel der Bundesrepublik. Täglich passieren ihn bis zu 140 000 Fahrzeuge. Die Weströhre war beim Brand eines Sattelzug-Aufliegers am 3. März schwer beschädigt worden. Bei dem Vorfall wurden zudem zwei Menschen verletzt. Im Nachgang war die Weströhre gut zwei Wochen komplett gesperrt, bis schließlich zumindest eine Spur aus Richtung Heilbronn zum Dreieck Leonberg wieder geöffnet werden konnte.
Insgesamt ist die Öffnung der zweiten Spur für die Autobahn GmbH nur ein Zwischenschritt. „Ziel ist, auch den dritten Fahrstreifen in der Weströhre so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Dieser führte bis dato in Fahrtrichtung Heilbronn. Doch dazu sei die Installation weiterer Technik notwendig, insbesondere die Wiederherstellung der Beleuchtung. Diese ist derzeit noch ein Provisorium. „Zum derzeitigen Zeitpunkt kann nicht seriös gesagt werden, wann das der Fall sein wird. Es fehlen weiter entsprechende Ersatzteile“, schreibt die Autobahn GmbH.
Engelbergtunnel: Rampe aus Fahrtrichtung Karlsruhe bleibt weiter dicht
Auch die Wiederinbetriebnahme des übergeleiteten Fahrstreifens – von Karlsruhe kommend in Fahrtrichtung Heilbronn in der Weströhre – ist auf absehbare Zeit ebenfalls nicht zu erwarten. Eigentlich hatte dies bei der Autobahn GmbH allerhöchste Priorität gehabt. „Hier hat sich bei den Reparaturarbeiten an den Abluftlüftern gezeigt, dass der Schaden höher und die notwendigen Reparaturen deutlich umfangreicher sind als ursprünglich angenommen“, heißt es nun.
Das bedeutet, dass bei nächtlichen Sperrungen der Oströhre zur Weiterführung der eigentlichen Sanierungsarbeiten der Umleitungsverkehr über die Ausfahrt Leonberg Ost geführt werden muss. Denn die Reparatur der Brandschäden ist das eine. Die Grundsanierung des Engelbergtunnels inklusive neuer Zwischendecken in beiden Röhren das andere. Daran wird in der Oströhre, die bei dem Feuer keinen Schaden nahm, weiterhin gearbeitet. Wie hoch der durch den Brand entstandene Schaden ist, darüber gibt die Autobahn GmbH weiterhin keine Auskunft.