Liegt eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg an der A 81 unter der Erde? Oder auch nur eine Gießkanne oder ein sonstiges Metallstück? Dies war vor Dienstagabend die große Frage gewesen, nachdem eine Kampfmittelräumfirma im Bereich der A 81-Baustelle bei der Anschlussstelle Böblingen/Sindelfingen vor einiger Zeit „Anomalien“ festgestellt hatte. Sprich: Die Experten vermuteten im Boden etwas, was ein Blindgänger hätte sein können. Dies sollte in der Nacht auf Mittwoch durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst abschließend untersucht und womöglich entschärft werden. Aber so weit kam es gar nicht. Denn bereits am Dienstagabend war klar: An der vermuteten Stelle ist doch nichts.
Planmäßig führte der Kampfmittelbeseitigungsdienst am frühen Dienstagabend weitere Sondierungen durch, um die vermuteten Gegenstände genauer zu orten. „Bei dieser Sondierung, die technisch erst kurz vor einer möglichen Entschärfung durchgeführt werden konnte, wurden allerdings keine Gegenstände gefunden“, wie die Stadt Sindelfingen in einer Pressemitteilung bekannt gab. „Durch metallführende Schichten im Boden kann es in extrem seltenen Fällen zu solchen Messergebnissen im Vorfeld kommen, die sich durch Aufgraben als nicht existent erweisen“, erläuterte Mathias Peterle, stellvertretender Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Baden-Württemberg. Also gab der Kampfmittelbeseitigungsdienst bereits am Dienstagabend offiziell Entwarnung.
„Glücklicherweise hat sich der Verdacht auf einen Kampfmittelfund nicht bestätigt“, sagte dazu Sindelfingens Oberbürgermeister Bernd Vöhringer. „Mein Dank gilt den zahlreichen beteiligten Behörden und Organisationen und unserem eigenen Team im städtischen Krisenstab für die hervorragende Zusammenarbeit in der Vorbereitung.“
Rainer Just, Leiter des Amts für Feuerwehr und Bevölkerungsschutz der Stadt Sindelfingen, ergänzte: „Die vergangene Woche war geprägt von einer hochprofessionellen Zusammenarbeit mit dem städtischen Krisenstab und den externen Akteuren. Die Anstrengung findet heute in der Rückführung ein gutes Ende. Eine große Anspannung fällt von mir ab.“
Trotzdem Sperrung der Autobahn 81
Die Vollsperrung der Autobahn 81 zwischen den Anschlussstellen Böblingen-Hulb und Sindelfingen-Ost wurde durch die DEGES, die den Autobahnausbau verantwortet, nach Abstimmung mit der Autobahn GmbH trotzdem aufrecht erhalten. „Neben der möglichen Kampfmittelentschärfung haben wir aus Synergiegründen für den Zeitraum der Sperrung auch weitere Maßnahmen an der A81-Baustelle geplant“, wurde Johannes Kuhn, Projektleiter des Autobahn-Ausbaus, am Dienstagabend zitiert, „diese werden wir – wie bei einer der gewöhnlichen Nacht-Sperrungen – nun trotzdem durchführen. Dadurch kann eine zusätzliche Nachtsperrung vermieden werden.”
Auch ohne Bombenfund war die Autobahn zwischen Böblingen-Hulb und Sindelfingen-Ost wie geplant zwischen Dienstag, 22. April, 23 Uhr und Mittwoch, 23. April, gegen 5 Uhr voll gesperrt. Die Sperrungen im nachgelagerten Straßennetz, also in der Sindelfinger Rudolf-Diesel-Straße und der Böblinger Wolfgang-Brumme-Allee sowie Flugfeld-Allee, waren dann aber doch nicht notwendig.