Wolfgang Drexlers Büro dementiert erneut Vorwürfe, der Abbriss der Bahnhofsteile ginge nicht wie angekündigt "schonend" von statten.
15.09.2010 - 16:48 Uhr
Wieder einmal dementiert hat die Kommunikationszentrale des Bahnprojekts dagegen die Behauptungen von Projektkritikern, Drexler habe bei der Ankündigung der Abrissarbeiten Ende Juli die Unwahrheit gesagt. Der Projektsprecher habe lediglich den Verlauf des von der Bahn als "schonender Rückbau" charakterisierten Abbruchs skizziert, dabei aber keineswegs den Eindruck erweckt, der nördliche Flügel des Bonatz-Bahnhofs werde Stein für Stein abgetragen. Vielmehr sei immer klargemacht worden, dass der Abriss stufenweise - Geschoss für Geschoss - durch einen Spezialbagger und nicht etwa durch eine Abrissbirne oder gar durch Sprengung vollzogen werde. Beim später geplanten Abriss des Südflügels hingegen, so hatte Drexler seinerzeit vor der Presse ausgeführt, wolle die Bahn einzelne Steine des Bauwerks gegen eine entsprechende Spende für eine karitative Einrichtung als Souvenir an interessierte Bürger abgeben.
Drexler verteidigt die Arbeiten während der Demo
Unverständnis und Wut hat bei zahlreichen Teilnehmern der sogenannten Montagsdemonstration die Tatsache hervorgerufen, dass der Abrissbagger just während der abendlichen Kundgebung vor dem Nordflügel nach einem kurzzeitigen Baustopp seine Arbeit wieder aufgenommen hatte. Die von den Demonstranten als Provokation empfundene Situation sei freilich ein ganz normales Prozedere gewesen und dem geplanten Fortgang der Abrissarbeiten geschuldet, hieß es dazu aus dem Büro des Projektsprechers. Man könne die Arbeiten schließlich nicht während jeder Demonstration unterbrechen.
Unterdessen hat der Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21, Gangolf Stocker, Anzeige gegen die Abrissfirma wegen Verstoßes gegen die Bausicherheitsvorschriften erstattet. Stocker erklärte, bei den Abrissarbeiten werde Asbest freigesetzt. Aus dem Drexler-Büro hieß es dagegen, kontaminierter Bauschutt sei "fachgerecht" entsorgt worden. Zwei von Bauarbeitern aus dem Fenster geworfene Asbestbeutel hätten im Gegensatz dazu keine giftigen Substanzen enthalten.