Dass die Abfallwirtschaft Stuttgart das Gelände der Feuerwache in Degerloch bezieht, ist nicht sicher, aber wahrscheinlich. Der Geschäftsführer versucht, Sorgen zu zerstreuen.

Die Idee, einen neuen Betriebshof der Abfallwirtschaft (AWS) auf dem Gelände der Feuerwache im Gewerbegebiet Tränke anzusiedeln, stößt weiterhin auf Skepsis und Ablehnung in Degerloch. Da die Feuerwehr nun nach Möhringen umzieht, ist das Thema Neubau für die AWS wieder auf dem Tisch. „Es lassen sich bessere Standorte denken, aber wir haben keinen“, sagte der AWS-Geschäftsführer Markus Töpfer im Bezirksbeirat Degerloch.

Leider gebe es beispielsweise keinerlei Signale seitens der Allianz, das ehemalige AWS-Gelände in Stuttgart-Vaihingen wieder freizugeben. Dabei wird es nach einer Änderung der Bebauungspläne nicht mehr benötigt. Der Standort nahe des Vaihinger Bahnhofs sei ideal gewesen, sagte Töpfer.

Obwohl es an Alternativen zur Fläche am Bruno-Jacoby-Weg mangelt, sei Gesprächsbereitschaft vorhanden. Töpfer ging auf die Bedenken der Anwohner ein, versicherte, man wolle „ein guter Nachbar“ sein, versprach, es werde kaum Lärm geben. Dafür ist eine entsprechend Mauer um das Gelände geplant. Zudem werde von September an ein Elektrofahrzeug bei der AWS getestet. Und zu Geruchsbelästigung könne es laut Töpfer überhaupt nicht kommen. In Degerloch solle kein Gramm Müll gelagert werden, gab er zu bedenken.

Nicht über die Köpfe der Bürger hinweg

Wichtig war dem AWS-Geschäftsführer, den Eindruck auszuräumen, in der Standortfrage werde über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden. Man stehe noch ganz am Anfang des Verfahrens. Bislang gebe es nur einen Aufstellungsbeschluss. Nun gehe es um den Vorprojektbeschluss. Von konkreter Planung könne aktuell keine Rede sein. Einen Blick in die mögliche Zukunft warf Markus Töpfer dann allerdings doch: 190 Mitarbeiter und 70 Fahrzeuge dürften in Degerloch unterkommen. Ein Grundriss, wie die Bebauung aussehen könnte, liegt vor.

Ein AWS-Standort in Fildernähe sei logistisch unabdingbar, betonte Töpfer. Nur so lasse sich durch kurze Wege zusätzliches Verkehrsaufkommen vermeiden. Für Alternativvorschläge, die die Anforderungen an den neuen Betriebshof erfüllen, sei er offen.