Abfuhr für Queen Elizabeth II. Barbados sagt „Bye, Bye“ zur Queen

Von /AFP/dpa 

Barbados will seine koloniale Vergangenheit endgültig hinter sich lassen. Der Inselstaat soll eine Republik werden. Das bedeutet auch: Queen Elizabeth II. wird dann nicht länger Barbados’ Staatsoberhaupt sein.

Queen Elizabeth II. verliert Barbados. Foto: AP/Chris Jackson 35 Bilder
Queen Elizabeth II. verliert Barbados. Foto: AP/Chris Jackson

London - Der Inselstaat Barbados will sich von der Queen lossagen und eine unabhängige Republik werden. „Es ist Zeit, unsere koloniale Vergangenheit hinter uns zu lassen“, sagte die Generalgouverneurin von Barbados, Sandra Mason, die am Dienstag eine Rede ihrer Premierministerin vorlas. „Die Menschen in Barbados wollen ein Staatsoberhaupt aus Barbados.“ Es könne kein Zweifel daran bestehen, dass das Land die Fähigkeit besitze, sich selbst zu regieren. Ziel sei es, den Schritt zum 55. Jahrestag der Unabhängigkeit des Inselstaates zu vollziehen - das wäre im November des kommenden Jahres.

Die Reaktionen aus London fielen am Mittwoch betont nüchtern aus: Die Angelegenheit sei „Sache der Regierung und des Volkes des Commenwealth-Staates“, hieß es aus dem Buckingham-Palast. Das Commonwealth ist eine lose Verbindung von Staaten, die aus den ehemaligen Kolonien Großbritanniens hervorgegangen sind. An der Spitze der Organisation steht Königin Elizabeth II.

Noch mehr Neues von den Royals

Obwohl Barbados 1966 unabhängig von Großbritannien wurde, ist die Queen weiterhin offiziell Staatsoberhaupt. Darüber ist auf der Insel in der Karibik in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder kontrovers diskutiert worden. Barbados würde sich mit dem Schritt Staaten wie Trinidad und Tobago oder Guyana anschließen, die sich bereits von der Krone losgesagt haben.

Queen ist Staatsoberhaupt in 16 Staaten

Die Queen ist neben dem Vereinigten Königreich Staatsoberhaupt von 15 weiteren ehemals britisch regierten Ländern, in denen sie durch einen Generalgouverneur vertreten ist. Dazu gehören unter anderen Australien, Bahamas, Kanada, Jamaika, Neuseeland und Papua-Neuguinea sowie mehrere kleinere Karibikinseln wie Antigua und Barbuda und St. Lucia. 

Bereits 1998 kam eine von der Regierung eingesetzte Kommission zu dem Schluss, dass Barbados eine Republik mit einem nicht-exekutiven Präsidenten als Staatsoberhaupt werden sollte, der die Königin ersetzen sollte. Die Empfehlung blieb aber in den Schubladen. 

Eine Reihe von Nationen haben der Queen seit der Erlangung der Unabhängigkeit den Status des Staatsoberhauptes aberkannt, während sie jedoch Teil des 54 Mitglieder umfassenden Commonwealth blieben. Zuletzt setzte Mauritius 1992 Elizabeth als seine Königin ab und wurde eine Republik. 




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