Abgas-Skandal bei VW Audi- und Porsche-Vorstände müssen gehen

Ulrich Hackenberg und Martin Winterkorn (v. l.) auf einem Archivbild von der Auto Show in Detroit 2009. Foto: dpa
Ulrich Hackenberg und Martin Winterkorn (v. l.) auf einem Archivbild von der Auto Show in Detroit 2009. Foto: dpa

Der Abgas-Skandal bei VW zieht offenbar weitere personelle Konsequenzen nach sich: laut Medienberichten müssen die beiden Entwicklungsvorstände von Audi und Porsche, Ulrich Hackenberg und Wolfgang Hatz, den VW-Konzern verlassen.

Hamburg - Die Krise beim Autobauer VW hat nun auch personelle Konsequenzen bei den Töchtern Porsche und Audi. Der für Forschung zuständige Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz muss gehen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Konzernkreisen erfuhr. Auch Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg muss seinen Posten räumen. Zuvor hatten bereits „Bild“ und „Spiegel Online“ darüber berichtet.

Die beiden Manager waren viele Jahre für VW tätig, Hackenberg als Entwicklungschef und Hatz als oberster Motorenentwickler. Der Einbau der verbotenen Software fällt dem Bericht zufolge in ihre Amtszeit.

Hackenberg war 2007 zusammen mit Winterkorn von Audi nach Wolfsburg gewechselt. Er gilt als Erfinder des Baukastensystems, das Volkswagen derzeit bei immer mehr Marken einführt. Später kehrte Hackenberg nach Ingolstadt zurück, um Audi mit neuen Elektroautos auf die Sprünge zu helfen.

Porsche, Audi und VW äußern sich nicht dazu

Der Porsche-Manager Hatz war von 2001 bis 2009 im VW-Konzern als Motorenentwickler tätig – zunächst bei Audi, später bei Volkswagen selbst. Seit Februar 2011 ist er Mitglied im Vorstand der VW-Tochter Porsche. Ein Porsche-Sprecher sagte, man äußere sich nicht zu Personalspekulationen. Auch Volkswagen und Audi lehnten eine Stellungnahme ab.

Volkswagen hatte zugegeben, Abgaswerte in den USA mit einer verbotenen Software manipuliert zu haben. Weltweit sollen bis zu elf Millionen Fahrzeuge mit dieser Software ausgestattet sein.

In Wolfsburg tagte am Donnerstag der Aufsichtsrat der Porsche AG, später sollten auch die Kontrolleure der Porsche-Dachgesellschaft Porsche SE zusammenkommen. Für Freitag ist eine Sitzung der Aufseher des Mutterkonzerns VW geplant. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn war am Mittwoch wegen der Affäre um manipulierte Abgaswerte in den USA zurückgetreten.

Unsere Empfehlung für Sie