Korrespondenten: Thomas Wüpper (wüp)

Emissionen
Schiffsemissionen wie Schwefel- und Stickoxide sowie Feinpartikel wie Ruß sind gefährlich. Das dänische Center for Energy, Environment and Heath macht die Abgase allein in Europa für 50 000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Vor allem Häfen und Küstenregionen sind betroffen.

Schwefel
Im billigen Schweröl, das Schiffsmotoren verbrennen, ist ein Schwefelanteil von bis zu 3,5 Prozent erlaubt. Damit liegt der Grenzwert um das 3500fache höher als bei Diesel für Pkw oder Lkw. Dadurch entstehen große Mengen giftiges Schwefeloxid und Schwefeldioxid. Der teurere Schiffs- oder Marinediesel hat dagegen nur einen Schwefelanteil von 0,1 Prozent.

Vorschriften
Der Umweltschutz auf See wird durch internationale Vereinbarungen der Vereinten Nationen wie das Marpol-Abkommen reguliert. Seit 2012 ist darin eine Obergrenze von 3,5 Prozent Schwefelanteil vorgeschrieben. Ab 2020 sollen es noch 0,5 Prozent sein.

Grenzwerte
In küstennahen Regionen und Häfen gelten bereits strengere Grenzwerte, für Schwefel sind es 0,1 Prozent. In Europa gibt es mit der Ost- und Nordsee sowie dem Ärmelkanal aber erst drei solcher Schutzzonen. Hier dürfen Schiffe nur noch Marinediesel nutzen oder sie müssen eine Abgasreinigung haben.

Tui-Kapitän Papatsatsis kennt die Problematik und verweist auf die Anstrengungen der Reeder und Werften: „Der Bau umweltschonenderer Schiffe braucht Zeit und ist ein schwieriger technologischer Prozess. Unser Unternehmen ist dabei ein Vorbild, und darauf bin ich stolz.“ Seit Juni 2014 fährt Mein Schiff 3 als erster Dampfer weltweit mit einem Abgasreinigungssystem des finnischen Motorenherstellers Wärtsilä. Schädliche Schwefelemissionen werden laut Tui so um 99 Prozent, die für den sauren Regen verantwortlichen Stickoxide um bis zu 75 Prozent und Rußpartikel um 60 Prozent reduziert.

Abgasreinigung ist Meilenstein

„Die Anlage ist ein Meilenstein, kein im Betrieb befindliches Kreuzfahrtschiff ist bisher umweltfreundlicher“, betont Lucienne Damm, die Nachhaltigkeitsmanagerin von Tui Cruises in Hamburg. Die Umweltschützerin wechselte vor dreieinhalb Jahren vom Nabu zum größten Reisekonzern Europas, der bei seinen Schiffen ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit sein will. „Wir haben den Anspruch, die Auswirkungen von Kreuzfahrten auf die Umwelt auf ein Minimum zu reduzieren“, sagt Damm.

Auf hoher See, wo Grenzwerte und Umweltvorschriften viel laxer sind als an Land, ist dieser Anspruch keine Selbstverständlichkeit. Um Kosten zu sparen, tut kaum ein Reeder mehr, als er muss. Dabei gibt es mit dem teureren Marinediesel in vielen Häfen und Fahrgebieten eine umweltschonendere Alternative zum giftigen Schweröl. Doch Kreuzfahrten und Warentransporte würden sich damit verteuern. So wird Diesel nur dort eingesetzt, wo strengere Abgasvorschriften gelten wie etwa in der Ostsee und Häfen (siehe Infokasten).

Die Anlage wird ständig kontrolliert

In ökologischer Hinsicht gelten die deutschen Kreuzfahrtanbieter AIDA und Tui Cruises als führend, im Kreuzfahrtranking des Nabu liegen beide Anbieter vorne. Kritiker betrachten die Abgasreinigung an Bord aber nur als zweitbeste Lösung. Der Nabu fordert, Schweröl als Treibstoff generell zu verbieten und nur noch schwefelarmen Diesel und Flüssiggas (LNG) zu erlauben. Zudem sollten alle Küsten- und Hafengebiete in der Europäischen Union als Schutzzonen ausgewiesen werden, in denen strengere Abgasvorschriften gelten. Auch sei mehr Kontrolle nötig, ob Reeder und Schiffe die Vorgaben auch einhalten.

Am nächsten Tag heißt es im Hafen Funchal für Kapitän Papatsatsis wieder Leinen los in Richtung Kanaren. Rund 340 Tonnen Schweröl wird Mein Schiff 3 für die siebentägige Kanaren-Rundfahrt verbrennen. Anders als die meisten Konkurrenten bläst der moderne Dampfer die Abgase aber nicht ungefiltert in die Luft. Ein Umweltoffizier kontrolliert ständig, dass die Vorgaben eingehalten werden, von der Abgasnachbehandlung über die Abfallbeseitigung bis zur Abwasseraufbereitung. Anfang Juni soll in Kiel das baugleiche vierte Tui-Schiff zur Jungfernfahrt ablegen. Mindestens zwei weitere Dampfer sollen folgen.

Schiffsabgase und ihre Reinigung

Emissionen
Schiffsemissionen wie Schwefel- und Stickoxide sowie Feinpartikel wie Ruß sind gefährlich. Das dänische Center for Energy, Environment and Heath macht die Abgase allein in Europa für 50 000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Vor allem Häfen und Küstenregionen sind betroffen.

Schwefel
Im billigen Schweröl, das Schiffsmotoren verbrennen, ist ein Schwefelanteil von bis zu 3,5 Prozent erlaubt. Damit liegt der Grenzwert um das 3500fache höher als bei Diesel für Pkw oder Lkw. Dadurch entstehen große Mengen giftiges Schwefeloxid und Schwefeldioxid. Der teurere Schiffs- oder Marinediesel hat dagegen nur einen Schwefelanteil von 0,1 Prozent.

Vorschriften
Der Umweltschutz auf See wird durch internationale Vereinbarungen der Vereinten Nationen wie das Marpol-Abkommen reguliert. Seit 2012 ist darin eine Obergrenze von 3,5 Prozent Schwefelanteil vorgeschrieben. Ab 2020 sollen es noch 0,5 Prozent sein.

Grenzwerte
In küstennahen Regionen und Häfen gelten bereits strengere Grenzwerte, für Schwefel sind es 0,1 Prozent. In Europa gibt es mit der Ost- und Nordsee sowie dem Ärmelkanal aber erst drei solcher Schutzzonen. Hier dürfen Schiffe nur noch Marinediesel nutzen oder sie müssen eine Abgasreinigung haben.

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