Abgelaufene Nudeln Kann man sie noch essen?

Von Lukas Böhl  

Gehören abgelaufene Nudeln in den Müll oder in den Kochtopf? Wir klären auf und zeigen, wie Sie die Nudeln auf ihre Genießbarkeit überprüfen.

Überprüfen Sie regelmäßig Ihren Vorratsschrank. Foto: yackers1 / shutterstock.com
Überprüfen Sie regelmäßig Ihren Vorratsschrank. Foto: yackers1 / shutterstock.com

Bevor wir uns der Frage widmen, ob man abgelaufene Nudeln noch essen kann, sollten wir zunächst die Begriffe Mindesthaltbarkeitsdatum und Verfallsdatum klären:

Verfallsdatum (auch Verbrauchsdatum): Nahrungsmittel können nur bis zu diesem Zeitpunkt verzehrt und sollten nach Ablauf des Datums entsorgt werden.

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD): Nahrungsmittel können über den Ablauf dieses Datum hinaus verzehrt werden, der Hersteller kann jedoch die ursprüngliche Qualität in Sachen Aussehen und Geschmack nicht mehr garantieren.


Können Nudeln ablaufen?

Die Antwort lautet ganz klar: Ja. Das MHD ist dabei jedoch eine unzureichende Angabe. Unter geeigneten Bedingungen können Nudeln selbst einige Jahre nach Ablauf des MHD noch genießbar sein. Aus diesem Grund hat das EU-Parlament vor einigen Jahren darüber diskutiert, das MHD für haltbare Nahrungsmittel wie Reis oder Nudeln abzuschaffen. Aus dieser Diskussion sind bislang zwar keine konkreten Pläne zur Umsetzung einer solchen Maßnahme hervorgegangen, sie zeigen aber, dass die Kennzeichnung nicht zwingend mit der Genießbarkeit der Lebensmittel zusammenhängt.

Die Hersteller ermitteln das Mindesthaltbarkeitsdatum, indem sie ihr Produkt einem Haltbarkeitstest unterziehen. Dabei wird beobachtet, wie lange eine einwandfreie mikrobiologische Beschaffenheit sowie Konsistenz, Geschmack, Aussehen und andere Eigenschaften garantiert werden können. Meistens wird auf diese Zeitspanne noch ein Sicherheitspuffer angerechnet, um wirklich die beste Qualität bis zum Ablauf des MHD garantieren zu können. Danach verfällt diese Garantie und der Verbraucher muss die Genießbarkeit des Produktes selbst überprüfen.

Dabei macht es Sinn, die Genießbarkeit von abgelaufenen Nudeln in drei Schritten zu testen, die wir weiter unten aufzeigen. Eine Ausnahme bilden Eiernudeln, diese sollten nach Ablauf des MHD nicht mehr verzehrt werden. Darüber hinaus enthalten Vollkornnudeln laut Stiftung Warentest teilweise noch Keimlinge, die mit der Zeit ranzig werden.


So erkennen Sie, ob abgelaufene Nudeln noch genießbar sind
 

  1. Sichtprüfung: Zunächst sollten Sie sich die Nudeln ganz genau ansehen. Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt, nach Gespinsten, die auf Schädlinge wie Mehlmotten, Reismehlkäfer oder Mehlmilben hindeuten, Ausschau zu halten. Achten Sie auch auf Anzeichen von Schimmel: Bei falscher Lagerung oder Eintritt von Feuchtigkeit kann das durchaus vorkommen.
     
  2. Geruchsprüfung: Am besten vergleichen Sie den Geruch der abgelaufenen Nudeln mit dem einer frischen Packung. Achten Sie auf Unterschiede und Auffälligkeiten bei den abgelaufenen Nudeln.
     
  3. Geschmacksprüfung: Erst, wenn die abgelaufenen Nudeln die ersten beiden Tests bestanden haben, können Sie sich an die Geschmacksprüfung machen. Beobachten Sie zunächst das Verhalten der Nudeln beim Kochen und achten Sie besonders auf den Geruch. Ein säuerlicher Duft deutet auf Schimmel hin. Ist das nicht der Fall, probieren Sie zunächst eine einzelne Nudel, um die Genießbarkeit zu testen und dabei kein Risiko einzugehen.

Nudeln richtig lagern

Wichtig für die Haltbarkeit der Nudeln, auch über das Ablaufen des MHD hinaus, ist die richtige Lagerung. Unabhängig von der Sorte gelten folgende Empfehlungen:
 

  • Die Nudeln sollten luftdicht verschlossen sein.
  • Der Aufbewahrungsort sollte dunkel und trocken sein.

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