Medienunternehmer Rupert Murdoch will vom Abhörskandal bei "News of the World" nichts gewusst haben. Er sei in die Irre geleitet worden.
London - Bei seiner Anhörung vor britischen Abgeordneten hat Medienunternehmer Rupert Murdoch am Montag erklärt, von dem Abhörskandal um die „News of the World“ nichts gewusst zu haben. Er sei von den Verantwortlichen in die Irre geleitet worden. Als der Skandal bekannt wurde, habe News Corp. mit der Polizei kooperiert. Zudem seien Londoner Anwälte damit beauftragt, der Affäre nachzugehen.
In der Presseabteilung der Londoner Polizei arbeiteten nach Aussage des früheren Polizeichefs Paul Stephenson zehn Mitarbeiter, die zuvor für das Medienimperium von Rupert Murdoch tätig waren. Stephenson sagte am Dienstag bei einer parlamentarischen Anhörung aus und berichtete dabei, dass - obwohl fast ein Viertel der Presseabteilung zuvor bei News International, dem britischen Verlag Murdochs, gewesen waren - es keine missbräuchlichen Verbindungen zu dem Medienkonzern gegeben habe.
Gleichwohl sei es ihm peinlich, dass seine Behörde einen ehemaligen Redakteur der Zeitung „News of the World“ 2009 als Berater für Öffentlichkeitsarbeit angestellt habe, sagte Stephenson bei seiner Aussage vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss.
Yates bestreitet Fehlverhalten
Der besagte Redakteur, Neil Wallis, wurde in der vergangenen Woche im Zusammenhang mit dem Abhörskandal bei der „News of the World“ festgenommen. Zudem gab Stephenson bei der Anhörung an, er habe nichts von dem Lauschangriff der Journalisten gewusst. Auch sein Stellvertreter, John Yates, der ebenfalls zurücktrat, wurde am Dienstag angehört.
Auch Yates bestritt ein Fehlverhalten, sagte aber, dass es rückblickend ein Fehler gewesen sei, die Untersuchung des Abhörskandals einzustellen. Sowohl Stephenson wie auch Yates wird vorgeworfen, zu enge Verbindungen zu Journalisten der Zeitungen des Medienmoguls Rupert Murdoch unterhalten zu haben.