Abitur in Baden-Württemberg Zweite Chance bei Blackout

Grün-Schwarz hat die Differenzen ausgeräumt. Die Modalitäten für das Abitur der Zukunft und den aktuellen Abiturienten-Jahrgang sind geklärt. Foto: dpa/Felix Kästle

Wer im Abitur im Land das Mündliche oder eine Klausur verhaut, kann ab jetzt in einer Nachprüfung doch noch bestehen. Was die Koalition genau vereinbart hat – und warum.

Stuttgart - Baden-württembergische Abiturienten, die in einer schriftlichen oder mündlichen Prüfung null Punkte machen und „einen Bock schießen“, wie Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) das formuliert, haben ab jetzt eine zweite Chance, durch mündliche Nachprüfungen die Reifeprüfung doch noch zu bestehen.

 

Neu ist eine solche Blackout-Regel bei Aussetzern in einer mündlichen Abi-Prüfung. Betroffene bestehen das Abitur doch noch, wenn sie in der mündlichen Nachprüfung mindestens zwei Punkte erzielen. Bei Blackouts in Klausuren gab es diese Möglichkeit in Baden-Württemberg seit 2018: Demnach müssen Betroffene bei der mündlichen Nachprüfung mindestens drei Punkte erzielen, um zu bestehen. Beide Regelungen gelten vom kommendem Schuljahr an. Sonderkonditionen wurden für Blackoutkandidaten im aktuellen Abiturjahrgang 2022 vereinbart: Sie müssen in beiden Konstellationen in der Nachprüfung nur einen Punkt erzielen, um die Reifeprüfung zu bestehen.

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Differenzen ausgeräumt

Kultusministerin Schopper zeigte sich zufrieden über die im Einvernehmen mit CDU und Grünen getroffenen Regelungen. „Für mich war von vorne herein die Blackout-Regel entscheidend, weil wir nicht möchten, dass Prüflinge wegen eines einzigen Aussetzers das komplette Abitur abschreiben müssen“, betonte sie.

Die vorausgegangenen Dissonanzen zwischen den Koalitionspartnern wurden in der Rückschau „eher als Missverständnis denn als Dissens“ beschrieben. Dessen Ursache liegt in dem Brief, mit dem das Kultusministerium den Schulen die bevorstehenden Änderungen ankündigte. Dort wurde das einheitliche Anforderungsniveau von einem Punkt in allen Nachprüfungen avisiert. Für schriftliche Fächer hatte die CDU-Fraktion dies als Niveauabsenkung beim Abitur problematisiert.

Dass den aktuellen Abiturienten die brieflich angekündigten Erleichterungen auch gewährt werden, war in der Koalition von Anfang an unstrittig. Deshalb gilt das Ein-Punkt-Niveau für Nachprüfungen in schriftlichen und in mündlichen Fächern für Blackout-Kandidaten allein 2022.

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