Für rund 1600 Schülerinnen und Schüler beginnt im Kreis Esslingen das Abitur. Wir haben einige von ihnen gefragt, wie nervös sie sind.

Reporter: Petra Pauli (pep)

Während andere gedanklich schon halb im Wochenende sind, wird es für einige Schülerinnen und Schüler am Freitag ernst, denn dann starten landesweit die schriftlichen Abiturprüfungen. Den Auftakt macht das Fach Latein.

 

Für viele Jugendliche ist das Abitur die bislang größte Prüfung in ihrem Leben. Das dürfte nicht nur an der Bedeutung des angestrebten Abschlusses liegen, sondern auch an der Dauer der Klausuren. Bis zu fünf Stunden lang mit der Hand zu schreiben und die Gehirnzellen zu fordern, ist ein Kraftakt. Die Abiturientinnen und Abiturienten müssen in ihren drei gewählten Leistungsfächern jeweils eine schriftliche Prüfung ablegen.

Gemeinsam lernen in der Esslinger Stadtbücherei

Wie fühlen sich die Prüflinge? „Vor ein paar Wochen war ich noch aufgeregter“, sagt der 18-jährige Jaron. Die Nervosität habe sich im Laufe der Vorbereitung etwas gelegt. Wie viele andere auch lernt er nicht zu Hause, sondern lieber in der Esslinger Bücherei. „Hier ist die Ablenkung geringer“, sagt der Schüler des Schelztor-Gymnasiums.

Seine erste Prüfung schreibt er erst am Dienstag im Fach Geschichte, auf die er sich derzeit intensiv vorbereitet. Denn er möchte mindestens 12 Punkte erreichen, was ungefähr einer guten Zwei entspricht. „Ich bin froh, dass es jetzt endlich losgeht“, sagt Jaron, dessen weitere Leistungsfächer Mathe und Englisch sind. Mit Sprüchen wie „Halte durch, bald ist es vorbei“ versucht er, sich gedanklich für den Endspurt nochmals voll zu motivieren.

„Ich habe ein ganz gutes Gefühl“, sagt die 19-jährige Schevin. Sie hat die Leistungsfächer Kunst, Deutsch und Englisch. Die langen Öffnungszeiten, die die Stadtbücherei in dieser Woche für die Prüflinge anbietet, will die Schülerin des Georgii-Gymnasiums noch voll ausschöpfen. Sie möchte bis 21 Uhr bleiben. Es sei motivierend für sie, nicht allein zu lernen, sondern andere um sich herum zu haben. Ursprünglich habe sie einen Lernplan gehabt, sich dann aber doch nicht daran gehalten, erzählt sie. Jetzt lerne sie nach dem Prinzip: Jeden Tag ein anderes Fach und nicht alles durcheinander.

Keine Angst vor Mathe-Abi: „Das wird klappen“

Viele Schüler bereiten sich in Büchreien vor, weil sie dort mehr Ruhe und auch Gleichgesinnte finden. Foto: Silas Stein/dpa

„Ich habe Respekt vor der Abiprüfung“, sagt Mitschülerin Nina. „Es ist schließlich das Ende der Schullaufbahn“, sagt die 18-Jährige. Sorgen macht sie sich aber nicht. „Mathe wird sicher klappen“, gibt sie sich gelassen, das sei das Wichtigste. Denn sie möchte Ingenieurwesen oder etwas Ähnliches studieren. Ein großer Brocken sei Biologie, das neben Englisch und Mathe ihr weiteres Leistungsfach ist. „Das ist wirklich viel Stoff“, sagt sie. Eine Woche habe sie noch Zeit, um zwei Hauptthemen zu lernen. Sally, die mit ihr am Tisch sitzt und ebenfalls Schülerin am Esslinger Georgii-Gymnasium ist, will nicht bis zum letzten Drücker lernen. „Am Tag vor der jeweiligen Prüfung werde ich nur noch wiederholen und nichts Neues mehr anfangen“, hat sie sich vorgenommen. Bislang sei sie nicht nervös.

Im Kreis Esslingen sind laut Angaben des Regierungspräsidiums 1620 Abiturientinnen und Abiturienten zu den Prüfungen zugelassen, die an den 18 öffentlichen und sechs privaten Gymnasien sowie an einer Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe im Landkreis stattfinden. Von den 1507 Schülerinnen und Schülern, die ihr Abitur an einer öffentlichen Schule machen, kommen 37 von der Gemeinschaftsschule. 113 Abiturientinnen und Abiturienten im Kreis besuchen eine Privatschule. An den beruflichen Gymnasien sind 491 Jugendliche zu den Abschlussprüfungen zugelassen.

Die Prüfungstermine für das schriftliche Abitur erstrecken sich über drei Wochen und enden am 8. Mai mit dem Fach Französisch. Die mündlichen Prüfungen finden zwischen dem 29. Juni und 9. Juli statt. Das Abitur ist der höchste Schulabschluss in Deutschland.