Im Auenwalder Versorgungsbereich Ebersberg gilt ein Abkochgebot. Am Dienstag meldete die Gemeinde bakterielle Verunreinigungen – betroffen sind rund 280 Personen.
Im Auenwälder Ortsteil Ebersberg (Rems-Murr-Kreis) und im Bereich Sauerhof müssen derzeit rund 280 Menschen ihr Leitungswasser abkochen. Wie die Gemeinde mitteilt, wurde eine Trinkwasserprobe am Dienstag gegen 17 Uhr als über dem Grenzwert für coliforme Bakterien gemeldet. „Wir haben sofort reagiert und die zuständigen Stellen sowie die Bürgerinnen und Bürger informiert“, sagt der Bauamtsleiter Pierre Mayer. Die Warnung erfolgte über mehrere Kanäle: Lautsprecherdurchsagen der Feuerwehr, Mitteilungen über Social-Media-Kanäle sowie die Nina-Warnapp.
Coliforme Bakterien im Trinkwasser sind ein Hinweis für eine mögliche fäkale Verunreinigung und können bei immungeschwächten Personen zu Gesundheitsproblemen führen. Ihr Nachweis bedeutet nicht automatisch, dass Krankheitserreger im Wasser vorhanden sind. Aber er zeigt an, dass irgendwo unerwünschtes Wasser ins Leitungssystem gelangt ist. Deshalb gilt sofort ein Abkochgebot, bis die Ursache gefunden ist. Besonders ältere Menschen, Kranke und Säuglinge sollen auf die Einhaltung des Abkochgebots achten.
Drei Versorgungsbereiche schützen Auenwald vor größerer Krise
Auenwald profitiert in dieser Situation davon, dass das Wassernetz aus drei getrennten Versorgungsbereichen besteht, erklärt der Bauamtsleiter. Dadurch bleibe die bakterielle Verunreinigung auf den Abschnitt Ebersberg/Sauerhof begrenzt. Die übrigen Haushalte der Gemeinde seien nicht betroffen.
Die Gemeinde untersucht derzeit, wie die Keime ins Netz gelangen konnten. Am Mittwoch sollen fünf Beprobungen an verschiedenen Punkten durchgeführt werden, um die Ursache einzugrenzen.
Als mögliche Szenarien nennt die Verwaltung unter anderem den Eintrag über landwirtschaftliche Flächen: „Vor zwei Jahren gab es bereits einen Fall von unerlaubter Düngung in einem Quellbereich“, berichtet Mayer. Denkbar sei allerdings auch ein technischer Defekt im Leitungssystem oder Totwasser aus leerstehenden Gebäuden, wenn Leitungen über längere Zeit nicht durchgespült werden und das Wasser darin „alt“ wird.
Gechlort werde das Netz aktuell noch nicht. „Wir führen heute noch mehrere Proben durch, um die Ursache zu lokalisieren“, sagt Mayer. Erst danach werde das betroffene Teilnetz gezielt desinfiziert.
Das Gesundheitsamt gibt folgende Hinweise:
- Leitungswasser nur abgekocht trinken
- Wasser einmalig sprudelnd aufkochen und anschließend mindestens zehn Minuten abkühlen lassen
- Für das Abkochen eignet sich ein Wasserkocher
- Abgekochtes Wasser für Trinken, Lebensmittelzubereitung und Mundhygiene verwenden
Gemeinde informiert bei Entwarnung
Die Gemeinde will fortlaufend über neue Laborergebnisse informieren. Liegen unauffällige Werte vor und ist die Quelle der Verunreinigung identifiziert, erfolgt die Entwarnung zusätzlich per Handzettel von Haus zu Haus.
Ein Zeitpunkt für die Aufhebung des Abkochgebots steht noch nicht fest. Erst die neuen Proben sollen zeigen, wie lange die Maßnahme nötig bleibt.