Sport oder Ernährung: Auf welche Abnehmstrategie sollte man sich verlassen? Oder sind beide gleich gut? Wir klären auf.

Digital Desk: Lukas Böhl (lbö)
 
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Vielleicht haben Sie auch schon mal von der Faustregel „Abnehmen ist 80 % Ernährung und 20 % Sport“ gehört. In der Praxis glauben jedoch immer noch viele Menschen, dass Sport der wichtigere Teil beim Abnehmen sei. Doch lässt sich hierüber überhaupt eine Aussage treffen oder sind die beiden Komponenten gleich wichtig?

Worauf es beim Abnehmen ankommt

Wer Gewicht verlieren will, muss mehr Kalorien verbrennen, als er zu sich nimmt. Um dies zu erreichen, kann man entweder weniger Kalorien zu sich nehmen oder mehr verbrennen. Ersteres lässt sich über eine Ernährungsumstellung erreichen, Letzteres durch mehr körperliche Aktivität.

Allerdings überschätzen wir oft die Bedeutung von Sport beim Abnehmen. Wie wir in unserem Artikel „Kalorienverbrauch beim Joggen“ gezeigt haben, verbrennt eine normalgewichtige Person beim Laufen um die 300 bis 400 Kalorien in 30 Minuten. Ein einziger Schokoriegel kann jedoch auf 100 Gramm mehr als 400 Kalorien beinhalten.

Selbst wenn der Riegel nur ein Gewicht von 30 Gramm hat, hat man somit ein Drittel der verbrannten Kalorien wieder zu sich genommen. Bereits ein kleiner Snack am Nachmittag kann die Erfolge, die man beim Sport erzielt hat, also im negativen Sinne ausgleichen. Zwar sorgen Muskeln dafür, dass der Grundumsatz des Körpers ansteigt. Ausdauer- und Krafttraining machen sich aber in der Regel erst nach einigen Wochen bzw. Monaten bemerkbar.

Anders sieht es bei einer Ernährungsumstellung aus. Diese kann von heute auf morgen erfolgen. Über eine Anpassung des Essverhaltens lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand gleichwertige oder sogar bessere Resultate erzielen. Dies soll jedoch nicht heißen, dass Sport unwichtig bei der Gewichtsreduzierung ist. Im Gegenteil: Gerade die Wechselwirkung zwischen Ernährung und Sport bringen langfristige Resultate.

Lesetipp: Wie viel kann man in 1 Woche abnehmen?

Ernährung oder Sport?

Erfolgreiche Gewichtsreduktion ist nie auf nur eine Verhaltensänderung zurückzuführen. Wer nachhaltig abnehmen will, sollte an mehreren Stellschrauben drehen. Ernährung und Sport sind dabei wohl die wichtigsten Hebel. Ob nun die eine oder andere Methode besser ist, ist daher die falsche Frage. Beide Komponenten sind wichtig. Allerdings spielen sie laut Dr. Donald Hensrud von der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, verschiedene Rollen beim Abnehmen.

In einem Interview sagte der Professor für Ernährung und Präventivmedizin: „Um Gewicht zu verlieren, scheint eine Diät effektiver zu sein als körperliche Aktivität. Um Gewicht zu verlieren, muss man viel Sport treiben, aber man kann ein besseres Energiedefizit erreichen, indem man einfach weniger Kalorien zu sich nimmt. Sowohl die Ernährung als auch die körperliche Aktivität sind also wichtig. Die Ernährung ist wahrscheinlich wichtiger, um Gewicht zu verlieren. Körperliche Aktivität, um das Gewicht zu halten."

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Fazit

Sport oder Ernährung? Die Frage an sich ist falsch formuliert. Vielmehr sollten sich Abnehmwillige fragen, wie sie körperliche Aktivität UND gesunde Ernährung in ihren Alltag integrieren können. Sofern der gesundheitliche Zustand es zulässt, sollte man im Idealfall beides miteinander kombinieren. Auch wenn sich durch eine Ernährungsumstellung schneller und mit weniger Aufwand Resultate erzielen lassen, sollte man spätestens nach dem Erreichen des Wunschgewichtes mit dem Sport anfangen, um dieses halten zu können.