Abriss der Sportarena an Königstraße Nur das Linksbündnis kritisiert den Neubau

Der Signa-Neubau an der Ecke König-/Schulstraße stieß bei den Stadträten auf breite Zustimmung. Foto: Signa

Das Geschäftshaus an der Ecke König-/Schulstraße findet im Rathaus breite Zustimmung. Die Probleme für die Anrainer während der Bauzeit bedauern die Stadträte.

Es sind gute Tage für den österreichischen Investor René Benko: Erst wurde er in seiner Heimat vom Vorwurf der Korruption freigesprochen. Und am Dienstag hat eine deutliche Mehrheit der Fraktionen im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik seiner Firma Signa den Segen für den Neubau an der markanten Ecke König-/Schulstraße erteilt. Allerdings ist selbst bei den Anrainern an der Schulstraße nicht das Projekt das Problem - es wird wegen seiner Magnetwirkung begrüßt. Es geht vielmehr darum, die Belastungen für die Anrainer während der auf zweieinhalb Jahre geplanten Bauzeit so gering wie möglich zu halten.

 

Ein atmender Bauzaun

Die Stadträte sehen die Belastungen für die Geschäfte weniger dramatisch als die unmittelbar Betroffenen. Sie hoffen, dass die Stadtverwaltung den Engpass am oberen Eingang der Schulstraße durch den Abriss einer Mauer entlang der Treppe erweitert und dafür Sorge trägt, dass der Bauzaun nicht weiter in den Fußweg hineinragt als unbedingt nötig. Die Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle (Grüne) hat allerdings schon oft erlebt, wie solchen „atmenden Bauzäunen die Luft ausgeht“. Geplant ist nun eine Minimalbreite der Rampe von 2,60 Meter inklusive Handlauf (heute rund vier Mieter). Im besten Falle sind 3,25 Meter möglich. Der provisorische Steg auf die Galerie misst in der Breite 2,15 Meter.

Bis auf das Linksbündnis, das weder Benko/Signa in der Stadt bauen lassen noch das geplante Gebäude ohne Wohnungen akzeptieren will, haben sich alle Fraktionen positiv über das Projekt „Zwei hoch Fünf“ geäußert. Lob ist keine Voraussetzung für die Baugenehmigung, da Signa innerhalb des gültigen Bebauungsplans ihr „mittelgroßes Geschäftshaus“ (Deutschland-Chef Tobias Sauerbier) mit acht Geschossen, davon drei unter der Erde, bauen wird. Allerdings hilft es, sich mit dem Gemeinderat gut zu stellen, ist doch vorgesehen, auch den Gebäudeteil abzureißen, der sich unterhalb einer städtischen Fläche befindet. Diese misst zwar nur 152 Quadratmeter, ihre strategische Bedeutung ist aber enorm.

Große Einigkeit im Ausschuss

Nicht immer sind sich die Vorsitzenden von Grünen und CDU, Andreas Winter und Alexander Kotz, so einig wie beim Signa-Projekt. Ausgesprochen positiv finden sie den Neubau, loben die Optik, den geringen Energiebedarf und den gelungen Übergang auf die Galerie der ersten deutschen Fußgängerzone.

Dieser Einschätzung schlossen sich auch FDP, Freie Wählern und AfD an. „Es wird aber keine leichte Zeit für die Anrainer“, sagte Winter, der hofft, dass die von der Stadt organisierten Sitzungen mit Bauherren und Betroffenen Verbesserungen während der Bauphase zur Folge haben werden. Kotz sagt, die guten Aussichten seien aber wohl kein Trost für die Anrainer. Er appellierte daher an die Signa, die Baustellenflächen auf öffentlichem Grund wirklich zu minimieren. Dafür sollte er sich verlässliche Partner suchen. Der Fraktionschef ist sicher, dass alle Anrainer der Schulstraße nach Abschluss der Bauarbeiten profitierten. Lucia Schanbacher (SPD) sah einen „vielversprechenden Vorschlag“, der auch die Chance biete, den „Hinterhof“ an der Straße Unter der Mauer aufzuwerten, womöglich mit einer weiteren gastronomischen Nutzung. Von dort gelangt man auch in den Fahrradkeller des Neubaus. Es gibt nur ein Problem: dort ist das Radfahren verboten, nur das Schieben erlaubt.

Rockenbauch schießt dagegen

Hannes Rockenbauch vom Linksbündnis sagt, der Büroneubau könne nicht die Antwort auf die gewünschte Entwicklung an dieser Stelle sein. Er kritisiert das Fehlen von Wohnungen und dass der Bauherr die ehemalige Sportarena komplett abreißt, anstatt auf Bestehendem aufzubauen. Sauerbier sagt, das habe man geprüft, aber aus statischen und hydrologischen Gründen verworfen. Kritisch sieht Rockenbauch, dass der im Gemeinderat beschlossene städtebauliche Wettbewerb für die Schulstraße nicht vor dem Neubau stattfinde. Die Möglichkeit, mit dieser Forderung einen Baustopp zu erreichen, bestehe nicht, sagte Baubürgermeister Peter Pätzold. Rockenbauchs spontane Forderung, einen neuen Bebauungsplan aufzustellen, hatte ebenfalls keinen Erfolg.

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