Die lange Dauer der Gespräche ließ auf nichts Gutes hoffen. Doch am Ende kam die erleichternde Nachricht: Es wird am Wochenende keine Feier der als regimetreu geltenden Eritrea-Vereine in Stuttgart geben. Und damit auch keinen Anlass für gewalttätige Regimekritiker, dagegen auf die Straße zu gehen und zu randalieren, wie es am vergangenen Wochenende geschehen war. Das lange Ringen des Ordnungsbürgermeisters Clemens Maier mit dem Verband um die einzig sinnvolle Lösung hat sich gelohnt. Der Mietvertrag für eine städtische Halle in Zuffenhausen wird aufgehoben. Also zu groß war die Gefahr eingeschätzt worden, dass sich ähnliche gewaltbereite Gruppen wie am vergangenen Wochenende auf den Weg nach Stuttgart machen könnten. Die Polizei hatte bereits begonnen, einen großen Einsatz zu planen. Am vergangenen Wochenende war sie mit mehreren Hundert Beamtinnen und Beamten im Einsatz.
Die Gefahr bleibt bestehen
Mit dieser guten Nachricht ist der Spuk aber noch nicht vorbei. Es bleibt ein Konflikt in einem fernen Land, der nicht nur in Stuttgart, sondern auch in anderen deutschen Städten – im Sommer war es zu Krawallen im hessischen Gießen gekommen – und in anderen europäischen Städten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen geführt hat. Diese Gefahr ist offenbar unterschätzt worden. Daher müssen aus den Ereignissen am vergangenen Wochenende Konsequenzen gezogen werden, parallel zur strafrechtlichen Aufarbeitung der Randale im Hallschlag. Die jetzt gezogene Notbremse ist nur eine Zwischenlösung. Bei weiteren Veranstaltungen, die unter Umständen nicht zu verhindern sein werden, kann es wieder zu Gewalt kommen.