Abschied in Leonberg Peter Höfer: „Ich konnte auf Mitarbeiter Einfluss nehmen, dass sie bleiben“

Abschied nach fast 40 Jahren: Der Leonberger Hauptamtsleiter Peter Höfer blickt nach vorne, nicht zurück. Foto: Stadt Leonberg/Fendrich

Ein Mittler zwischen Rathausspitze und Belegschaft: Peter Höfer, langjähriger Chef des Hauptamtes, geht in den Ruhestand. Für die Zeit mit dem früheren OB Cohn hat er klare Worte.

Leonberg: Thomas K. Slotwinski (slo)

Mütter haben bekanntermaßen auf Söhne einen besonders großen Einfluss. Und so ist auch die Mutter von Peter Höfer nicht ganz unschuldig daran, dass er statt des angestrebten Berufs als Elektrotechniker in den öffentlichen Dienst gegangen ist. Daraus wurde eine langfristige Bindung.

 

Seit 39 Jahren war Höfer bei der Stadt Leonberg, zuletzt als Leiter des Hauptamtes – das, wie der Name schon nahelegt, eine der wichtigsten Instanzen innerhalb der Gesamtverwaltung ist. Jetzt hat er sich in den Ruhestand verabschiedet.

Lob vom OB für „Vertrauen statt Kontrolle“

Der erfahrene Beamte hat seinen Beruf, wie es so schön heißt, von der Pike auf gelernt, sei es in den Anfangsjahren im Fuhrpark, im Versicherungsamt oder im Bauamt. 1990 wechselte er ins Hauptamt und zeigte dort schnell Geschick in Organisations- und Führungsfragen. Dass etwa bei der Kommunalwahl im Jahr 1994 sämtliche Stimmzettel bis tief in die Nacht mit der Hand ausgezählt wurden, wollte der damals noch junge Beamte unbedingt ändern. Schon die kommende Wahl wurde per Computer abgewickelt.

Nicht nur in diesem Fall wurde klar, dass Peter Höfer für höhere Aufgaben geeignet ist. 2015 übernahm er die Leitung des Hauptamtes und war damit in die unmittelbare Verwaltungssteuerung eingebunden. „Sie sind ein alter Haudegen und haben unter guter Führung mehr Vertrauen und weniger Kontrolle verstanden“, lobte jetzt der Oberbürgermeister Tobias Degode den angehenden Pensionär bei dessen Verabschiedung im Gemeinderat. Nicht nur deshalb sei Höfer „ein Glücksfall“ für die Stadt gewesen. „Sie bleiben selbst dann ruhig, wenn es schwierig wird.“

Den menschlichen Aspekt stellte auch der scheidende Hauptamtsleiter in den Mittelpunkt seiner Gedanken zum Abschied und fand dabei offene Worte: „Weil ich erlebt habe, wie Menschen versuchen, andere Menschen klein zu machen, ist mir die menschliche Nähe besonders wichtig.“

Höfer über die Zeit mit Cohn: „Ich habe viel abgefangen“

Mit Blick auf die Amtszeit des früheren Oberbürgermeisters Cohn sagte er: „In dieser Phase war ich für zahlreiche Mitarbeiter der Draht zur Spitze und habe viel abgefangen.“ Damit habe Höfer die Verwaltung „stabilisieren“, und die seinerzeit relativ hohe Fluktuation zumindest begrenzen können: „Ich konnte auf Mitarbeiter Einfluss nehmen, dass sie bei uns geblieben sind.“

Den Schreibtisch tauscht Höfer nun mit viel Natur. Der Pensionär will sich um seinen Garten und die eigene Solaranlage kümmern, Brot backen und vielleicht ein paar Bienenstöcke anlegen. Und allen gibt er einen Rat mit auf den Weg: „Nicht zurückblicken. Wer nach vorne schaut, bleibt jung.“

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