Abschied vom Schuldienst Mit viel Herzblut für die Schüler gekämpft
Petra Götz, langjährige Rektorin der Silcherschule und eine prägende Person der Schullandschaft in Kornwestheim, geht in den Ruhestand.
Petra Götz, langjährige Rektorin der Silcherschule und eine prägende Person der Schullandschaft in Kornwestheim, geht in den Ruhestand.
Ursprünglich wollte sie nur fünf Jahre in Kornwestheim bleiben. Schließlich wurden es aber 30. Mit Petra Götz geht Ende des Monats nicht nur eine langjährige Rektorin der Silcherschule, sondern auch eine bekannte und prägende Persönlichkeit in der Schullandschaft der gesamten Stadt. Sie wurde schon am Freitag offiziell in den Ruhestand verabschiedet.
Aufgewachsen ist sie im Schwarzwald. Schon früh stand der Berufswunsch von Petra Götz fest: Sie wollte Lehrerin werden, als Erste in der Familie. „Mein Vater ist beinahe in Ohnmacht gefallen“, erinnert sie sich lachend. Doch ihre Entscheidung für diesen „tollen und wichtigen Beruf“ änderte das nicht. In Freiburg studierte sie Mathematik und Biologie mit dem Schwerpunkt Hauptschule. „Ich wollte eigentlich zu den Großen“, sagt sie.
Nach einer familienbedingten Auszeit nahm sie im Jahr 1992 dennoch die Stelle an der Kornwestheimer Grundschule an. Damals lebte die Familie schon im Stuttgarter Norden, denn ihr Mann, ebenfalls im Lehramt, kam in den 1980er Jahren an einer Schule in der Landeshauptstadt unter, als es wegen eines Pädagogenüberschusses schwierig war, überhaupt Arbeit zu finden.
Obwohl die Silcherschule zunächst nicht ihre erste Wahl war, fühlte sie sich schnell dort wohl. „Ich war lange Zeit Klassenlehrerin, und das mit Leib und Seele“, sagt sie heute. An einer Beförderung hatte sie kein Interesse. Nach einigem Zögern und gutem Zureden seitens ihrer Kollegen bewarb sie sich im Jahr 2000 schließlich doch auf die ausgeschriebene Konrektor-Stelle an der Silcherschule – mit Erfolg. Nur fünf Jahre später hatte sie schließlich sogar die Schulleitung inne. Auch damals musste sie erst zu einer Bewerbung überredet werden. Im Rückblick ist Petra Götz jedoch froh, dass sie sich getraut hat. „Ich bereue es überhaupt nicht“, sagt sie. Sie habe die Arbeit unheimlich gerne gemacht.
Zufälle und günstige Fügungen haben die Karriere von Petra Götz immer wieder gelenkt. „Das Leben hat mir etwas vor die Tür gelegt, und ich habe es angenommen“, umschreibt sie es. Das gilt auch für ihren Posten als Geschäftsführende Schulleiterin für die Kornwestheimer Grund-, Werkreal-, Real- und Sonderschulen. Seit 2013 war sie erste Ansprechpartnerin für die Belange, die alle Schulen in der Stadt betreffen, zum Beispiel die Vorbereitungen für den neuen Schulcampus Ost oder gerade aktuell auch die Verteilung ukrainischer Flüchtlingskinder auf die Klassen. „Auch diese Aufgabe hat mir Spaß gemacht“, sagt Götz.
Erlebt hat die Pädagogin vielerlei Umbrüche und anstrengende Zeiten. Unter anderem fallen ihr dazu die umfangreichen Arbeiten an der Silcherschule ein mit dem Bau der Mensa und der Sanierung der Sporthalle. Ein Herzensanliegen war ihr die Ganztagsschule. „Es war viel Überzeugungsarbeit zu leisten“, erinnert sie sich an die Anfänge. Ihr sei es jedoch wichtig gewesen, dass die Kinder auch nachmittags gut betreut werden. In Familien, in denen beide Elternteile viel arbeiten, sei es zuvor immer wieder vorgekommen, dass Grundschüler am Nachmittag allein zu Hause gewesen sind. In manchen Fällen war es auch so, dass Eltern sich nicht in der Lage fühlten, ihren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen. Das Umsetzen der Ganztagsschule sei an der Silcherschule gut gelungen. „Es hat sich bei vielen Kindern gezeigt, dass es richtig ist, dass sie länger bei uns sind und unterstützt werden.“
Bewusst haben sich Petra Götz und ihr Mann dazu entschieden, etwas früher als üblich in den Ruhestand einzutreten. „Wir sind gesund und fit und wollen noch viel reisen“, sagt sie. Urlaube außerhalb der Schulferien, darauf freut sich die Pädagogin am meisten. Touren mit dem Wohnmobil stehen an. Auch ihre fünf Enkelkinder freuen sich auf mehr Zeit mit der Großmutter. Ihre Grundschüler allerdings werde sie vermissen, gesteht sie. „Auch der Austausch mit den Kollegen wird mir sicherlich fehlen.“
Eine Nachfolge ist derzeit noch nicht gefunden. Kommissarisch wird der aktuelle Konrektor Markus Maier die Schule ab dem kommenden Schuljahr leiten. Ihrem Nachfolger oder ihrer Nachfolgerin hinterlässt sie nur wenige offene Baustellen. Gleichwohl, räumt Petra Götz ein, sei es in der heutigen Zeit schon eine Herausforderung, eine Schule zu leiten – zumal bei der dünnen Personaldecke. „Früher, in den Anfangsjahren, war die Arbeit noch einfacher zu stemmen“, betont sie. Der Umfang der Aufgaben habe im Laufe der Zeit immer mehr zugenommen. Auf ihr Kollegium sei allerdings immer Verlass gewesen, auch die Zusammenarbeit mit den Eltern habe meist gut geklappt.