Abschied von Modelegende Jean Paul Gaultier Das Enfant Terrible sagt Adieu

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Wie ein Popstar ist der französische Modedesigner Jean-Paul Gaultier bei seiner letzten Haute-Couture-Schau in Paris gefeiert worden. Unter den jubelnden Fans im Théatre de Châtelet: jede Menge Stars und Promis. Wir haben die Bilder.

Umjubelter Popstar: ganz großer Bahnhof für den  legendären französischen Modedesigners Jean Paul Gaultier bei seiner Abschiedsshow im Théatre de Châtelet in Paris. Foto: AFP 24 Bilder
Umjubelter Popstar: ganz großer Bahnhof für den legendären französischen Modedesigners Jean Paul Gaultier bei seiner Abschiedsshow im Théatre de Châtelet in Paris. Foto: AFP

Paris - Korsetts, Ringelpullis und T-Shirts im Marinestil, Röcke für Männer – Jean-Paul Gaultier hinterlässt einige Markenzeichen. Legendär ist auch das kegelförmige BH-Korsett, das er einst für Madonnas „Blond-Ambition“-Show entwarf. Am Mittwochabend hat Jean Paul Gaultier in Paris seine letzte Haute-Couture- Show gezeigt. Im prachtvollen Théatre de Châtelet präsentierte der 67-jährige Franzose vor Stars wie Carla Bruni, Eva Herzigova, Inès de la Fressange oder Anna Wintourmehr als 100 Looks, mit denen er auf seine besten Entwürfe der vergangenen 50 Jahre zurückblickte: seine berühmten lachsfarbenen Korsagen waren zu sehen, Matrosen-Looks, Mieder, Strapse und natürlich viel Geringeltes.

Einer der letzten großen Meister verlässt die Bühne

Die Show war angelegt wie eine Art Musical, das sich in verschiedene Akte teilte. Zum Auftakt ließ Gaultier eine nachtschwarze Trauergesellschaft aufmarschieren. Pompöse Musik, Blumenkränze, ein Sarg standen symbolisch für seinen Abschied. Im Verlauf der Show zeigte sich, dass hier einer der ganz großen Meister die Modebühne verlässt, womöglich der letzte nach Karl Lagerfeld.

Jean Paul Gaultier hatte als junger Designer schnell den Ruf eines Enfant Terrible. Er provozierte die elitäre Welt der Luxusmode in den 80er und 90er Jahren mit Männerröcken und Korsagen und holte sich die Ideen für seine Kreationen von der Straße: Nieten und Leder, Netz-Optik, Blockstreifen und Matrosenhosen. Das Spektrum seiner Arbeit ist so umfangreich, dass er in keine Schublade passt. Mit seiner Virtuosität, seinem Willen und Elan hat sich Gaultier zu einer festen Größe im Modezirkus etabliert.

Gaultiers Musen huldigten den Designer

Die gut einstündige Abschieds-Show war ein virtuoses Spektakel, das einen an die einfallsreichen Modeakte des verstorbenen Lagerfeld denken ließ. Viele von Gaultiers großen Musen liefen an dem Abend für ihn über den Catwalk, von Fanny Ardant über Estelle Lefébure bis hin zu Rossy de Palma. Und der 80er-Jahre-Star Boy George lieferte den Soundtrack zum Abschied.

Mit dieser Abschiedsrevue sagte der Modeschöpfer dem Modezirkus endgültig Adieu. Bereits Ende 2014 hatte er seine Prêt-à-Porter-Linie eingestellt, nun wird er auch keine Haute Couture Schauen mehr zeigen. Über ein Video auf Twitter ließ Gaultier verlauten, dass seine Marke weiter bestehen werde, aber mit einem anderen Konzept. Im Unklaren ließ Gaultier, ob er weiterhin für das Design seiner Marke zuständig sein werde. In seiner Shownotiz verabschiedete er sich allerdings mit den Worten: „Und es wird mit neuen Abenteuern weitergehen, das Beste liegt vor uns.“




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