Monika Heber-Knobloch hat die Tanzsparte der SMTT ausgebaut. Foto: Stefanie Schlecht
Mit bewegenden Auftritten im Haus und im Odeon haben sich Weggefährten von der Andas-Leiterin Monika Heber-Knobloch an der SMTT verabschiedet.
Anne Abelein
19.01.2026 - 12:00 Uhr
Sie hat die Tanzsparte der Sindelfinger Schule für Musik, Theater und Tanz, kurz SMTT, ausgebaut und das Tanzleben in der Stadt mit dem Andas Modern Dance Art Ensemble geprägt: Monika Heber-Knobloch. Jetzt wurde sie feierlich verabschiedet.
1955 in Isny geboren zog Heber-Knobloch 1982 nach Sindelfingen. Aus- und weitergebildet in Modern Dance (Limontechnik und Graham), Jazztanz, Feldenkrais, Improvisation und Tanztheater nach Pina Bausch leitete sie bis 2014 den Fachbereich Tanz an der Musik- und Kunstschule in Böblingen und baute dann in Sindelfingen an der SMTT die Sparte Zeitgenössischen Tanz und das Andas Modern Dance Art Ensemble auf. Ihr Konzept: „Tanz, was Dich bewegt.“
Erinnerungen an Aufführungen vergangener Jahre
Zu Monika Heber-Knoblochs Abschied von Andas haben sich im Foyer zahlreiche ehemalige Ensemble-Mitglieder, Schülerinnen und Tanzfreunde versammelt. Einige begrüßen das Publikum mit Tanz auf drei Ebenen und auf der Treppe. In Grün, Blau und Schwarz gewandet, biegen sie sich mit eleganten Armbewegungen über die Geländer, treten auf der Treppe in Interaktion und tanzen ausgelassen im Erdgeschoss.
Zum Abschied gab es Tanzeinlagen auf der Treppe. Foto: Stefanie Schlecht
Begleitet werden sie von der Dozentin Vera Nielsen mit Gesang, die das sehnsuchtsvolle „Prayer“ von Ernest Bloch anstimmt, und Igor Petrov-Schell (Akkordeon), Hitoshi Miyashita (Gitarre) und Klaus Kreczmarsky (Saxofon), welche als Höhepunkt musikalisch Hildegard Knefs rote Rosen regnen lassen. Damit erinnern sie an die Tanzstücke „Stadt(t)räume“ von der Biennale 2019 und „Wahnsinnig weiblich“ von 2023, der letzten Andas-Produktion von Monika Heber-Knobloch. Andas wird nun von Alicia Jehle und Olivia Musleh geleitet. Ausgestellte Kostüme oder vielmehr Kunstwerke von Andrea Broda führen einem weitere Stücke in den Sinn.
Die Tänzerinnen führen das Publikum ins Odeon, wo es ein Gespräch mit Monika Heber-Knobloch, dem ehemaligen und jetzigen Kulturamtsleiter Horst Zecha und Markus Nau sowie mit der SMTT-Leiterin Maria Wunder gibt. Die Theaterpädagogin und Autorin Corinna Hahn moderiert.
„Es war ein Träumchen, mit dir zusammenzuarbeiten.“
Maria Wunder, SMTT-Leiterin
Wie sich Horst Zecha erinnert, suchte Monika Heber-Knobloch 2004 schlicht einen Raum zum Trainieren. Die Chemie stimmte, und so kam sie zur SMTT. Im Zusammenhang mit dem Stollenprojekt „Lebensadern“ im Böblingen, bei dem 15- und 16-Jährige als „Mauermenschen“ und „Kellergeister“ die Gänge bespielten, formierte sich dann das Andas-Ensemble.
„Ein Thema, was uns verbindet, ist Vertrauen“, sagt Zecha. Da er Heber-Knoblochs Choreografien „sehr zugänglich, anspruchsvoll und künstlerisch hochwertig“ fand, ließ er sie einfach machen, wenn sie sich mit einer Idee an ihn wandte. Markus Nau hielt es genauso. Höhepunkte über die Jahre waren „Dreiklang I“, „Schneewittchens Aufbruch“, die „Handtaschen-Geschichten“ mit der Galerie „contact“, die Biennale-Aufführungen, etwa in der alten Volksbank, und stimmungsvolle Choreografien im Rahmen der „Leeren Martinskirche“.
Musikalischer Dank an Monika Heber-Knobloch
Im Odeon präsentiert sich nun sehr humorvoll eine Gruppe mit älteren Frauen und Pascal Sangls Jugendgruppe mit viel Schwung, Sprüngen und Drehungen. Monika Heber-Knobloch dankt ihren Schülerinnen für die vielen Ideen und den toleranten Musikern, die „alles Mögliche mitgemacht“ haben.
Im Odeon steht Monika Heber-Knobloch (Mitte) Rede und Antwort. Foto: Stefanie Schlecht
Auch Maria Wunder findet: „Es war ein Träumchen, mit dir zusammenzuarbeiten.“ Die Musiker und Vera Nielsen bedanken sich, vom Schlagzeuger Jogi Nestel verstärkt, mit Frank Sinatras „My Way“ und „You’ve Got a Friend“, bei dem alle einstimmen dürfen.
Als Feldenkrais- und Improvisationslehrerin und für Workshops bleibt Monika Heber-Knobloch der SMTT übrigens erhalten. Das Unterrichten und Tanzen ist schließlich der zentrale Bestandteil ihres Lebens.