Abstieg der Stuttgart Scorpions Fußtritte gegen das sportliche Fairplay

Die Stuttgart Scorpions müssen künftig in der GFL 2 ran, auch weil der Verband mit einem Urteil unnötig lange gewartet hat. Foto: Baumann

Die Stuttgart Scorpions sind in der nächsten Football-Saison nur noch zweitklassig. Zum einen ist der Club selbst daran schuld, doch der Verband AFVD spielt auch eine sehr unrühmliche Rolle, findet unser Redakteur Jürgen Kemmner.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Stuttgart - Eine Football-Ära endet: Die Stuttgart Scorpions sind kommendes Jahr erstmals seit 1994 wieder zweitklassig. Der Niedergang des deutschen Vizemeisters von 2007 hatte bereits vor einigen Jahren schleichend seinen Lauf genommen, die Gründung des Konkurrenzclubs Stuttgart Surge in der europäischen Liga im April, wohin wichtiges Personal abwanderte, beschleunigte die Entwicklung rasant. Bereits ein halbes Jahr später treten die Scorpions den schweren Weg in den Fahrstuhl nach unten in die GFL 2 an.

 

Doch den letzten, entscheidenden Sargnagel in die Erstligazugehörigkeit hat der Verband AFVD eingeschlagen, und zwar völlig unnötig. Der Verband ließ sich unerträgliche sieben Wochen Zeit, um eine Spielwertung final zu beschließen, er ließ die Beteiligten dabei unerhört lange im Ungewissen und nötigen den Clubs eine Lethargie in deren Handlungsfähigkeit auf. Um alldem die unrühmliche Krone aufzusetzen, hat der AFVD ein Urteil am Grünen Tisch über die sportliche Entscheidung auf dem Football-Feld gestellt, indem er einen bereits terminierten Nachholspieltag nicht herangezogen hat, um das ausgefallene Spiel absolvieren zu lassen. Dieses Prozedere mag juristisch sauber abgelaufen sein, dennoch tritt es in seiner Gesamtheit das sportliche Fairplay mit beiden Füßen.

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