Abstiegskampf in der Handball-Bundesliga Können sich der TVB und Frisch Auf ihrer Sache schon sicher sein?

Frisch-Auf-Rückraumspieler Tobias Ellebaek wird von Marino Maric vom TVB Stuttgart gestoppt – kann es für das Württembergduo im Tabellenkeller noch einmal gefährlich werden? Foto: Baumann/Julia Rahn

Frisch Auf Göppingen steht im Final Four der European League, befindet sich aber in der Bundesliga dicht an der Abstiegszone. Für den TVB Stuttgart ist es fürs Zurücklehnen acht Spieltage vor Saisonende erst recht noch zu früh. Eine Einschätzung der Lage im Tabellenkeller.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Trainer Markus Baur saß im Flughafen in Zagreb. Nach dem erfolgreichen Viertelfinal-Rückspiel auf der internationalen Bühne am Dienstag beim kroatischen Vizemeister Nexe Nasice wartete der Trainer von Frisch Auf Göppingen mit seinem Team auf den Weiterflug nach Hamburg. Dort geht es für die Handballer am Donnerstag (19.05 Uhr) um Bundesligapunkte beim HSV. Ob der Fokus nun komplett auf dem Final Four der European League (27./28. Mai) in Flensburg liegt, wo die Füchse Berlin, Montpellier HB und BM Granollers mögliche Gegner sind? „Natürlich nicht“, antwortete Baur, „da braucht man ja nur auf die Tabelle schauen.“ Die dokumentiert die sehr enttäuschende Bundesligasaison acht Spieltage vor Schluss: Platz 14, 17:35 Punkte.

 

Könnte es da womöglich noch einmal eng werden im Kampf gegen den Abstieg? Zwei Siege sollten schon noch eingefahren werden, um auf der sicheren Seite zu sein. Baur will sich an Rechenspielen aber nicht beteiligen: „Wir haben ein Ziel im europäischen Wettbewerb erreicht. Das gibt ein gutes Gefühl und Selbstvertrauen, aber jetzt wollen wir auch in der Bundesliga gut spielen, dann gewinnen wir auch genügend Spiele.“ Personell gibt es bei diesem Unterfangen wenig Probleme: Sebastian Heymann (muskuläre Probleme) wird schon bald wieder am Ball sein, Rückraumkollege Tobias Ellebaek (Daumen-OP) könnte zum Final Four wieder fit sein.

TVB Stuttgart vorsichtig

Der TVB Stuttgart liegt mit 16:36 Punkten einen Platz hinter Frisch Auf – und Trainer Michael Schweikardt ist weit davon entfernt, schon einen Haken an das Minimalziel Klassenverbleib zu machen. „Wir brauchen noch mindestens vier Punkte, um sicher sein“, sagt der 40-Jährige. Hinten raus habe man schließlich schon die verrücktesten Dinge im Sport erlebt. Wenn die Kellerkinder mit dem Mute der Verzweiflung die letzten Reserven mobilisieren und auf Gegner treffen, die die Saison austrudeln lassen, weil sie im Niemandsland der Tabelle rangieren. „Wir müssen unseren Job machen“, sagt sich Schweikardt ganz pragmatisch, „und am besten fangen wir gleich in Leipzig damit an und punkten.“

Im Spiel beim SC DHfK (Donnerstag, 19.05 Uhr) fällt Rückraumspieler Jerome Müller (Adduktorenprobleme) zwar aus, doch Neuzugang Jonas Truchanovicius steht vor seinem Debüt. Weshalb der Optimismus überwiegt. „Aus den vergangenen sechs Spielen gab’s zwei Siege, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen – insgesamt geht die Tendenz in die richtige Richtung“, sagt Geschäftsführer Jürgen Schweikardt, dem in Sachen Trainerfrage für die neue Runde weiterhin keine Tendenz zu entlocken ist.

Hamm abgeschlagen

Hinter dem TVB rangieren die HSG Wetzlar (13:39 Punkte) und der TSV GWD Minden (11:37 Punkte), das zwei Spiele weniger hat. Schlusslicht ASV Hamm-Westfalen (5:47 Punkte) steht abgeschlagen als einer der beiden Absteiger praktisch fest. „Minden ist zuletzt stark aufgekommen, sammelte 5:1 Punkte und hat viel Erfahrung im Abstiegskampf“, warnt Jürgen Schweikardt. Dass mit Frisch Auf ein Team gegen den Abstieg kämpft, das um die Krone in der European League spielt, zeigt für Schweikardt nur eines: „Wie stark die Bundesliga ist.“

Restprogramm

Frisch Auf Göppingen, Platz 14, 17:35 Punkte, – 32 Tore

HSV Hamburg (Auswärtsspiel), ASV Hamm-Westfalen (Heimspiel), TBV Lemgo (A), SC DHfK Leipzig (H), MT Melsungen (A), Füchse Berlin (H), VfL Gummersbach (A), THW Kiel (H).

TVB Stuttgart, Platz 15, 16:36 Punkte, – 82 Tore

SC DHfK Leizpig (A), Füchse Berlin (H), ASV Hamm-Westfalen (A), THW Kiel (H), TBV Lemgo (A), VfL Gummersbach (H), SC Magdeburg (A), TSV Hannover-Burgdorf (H).

HSG Wetzlar, Platz 16, 13:39 Punkte, – 71 Tore

VfL Gummersbach (A), TBV Lemgo (H), HSV Hamburg (A), ASV Hamm-Westfalen (H), SC DHfK Leipzig (A), MT Melsungen (H), THW Kiel (A), SC Magdeburg (H).

GWD Minden, Platz 17, 11:37 Punkte, – 96 Tore

ASV Hamm-Westfalen (A), HC Erlangen (A), HSV Hamburg (H), SC DHfK Leipzig (A), SG Flensburg-Handewitt (H), MT Melsungen (H), Füchse Berlin (A), SC Magdeburg (H), TSV Hannover-Burgdorf (A), VfL Gummersbach (H).

Weitere Themen