Wernau - Der Landkreis schließt am Mittwoch das Corona-Abstrichzentrum (CAZ) in Wernau, das erst im April aus Nürtingen-Oberensingen auf den Festplatz umgezogen war. Grund dafür ist nach Angaben des Landratsamtes die sinkende Inzidenzzahl und damit verbunden eine geringere Nachfrage nach PCR-Tests für symptomatische Personen und enge Kontaktpersonen. Entsprechende Tests können dann in einer der derzeit 44 Schwerpunktpraxen im Kreis gemacht werden, schreibt das Landratsamt in einer Mitteilung. Eine Übersicht der Praxen gibt es auf der Homepage des Landkreises. Der Betrieb im zweiten Abstrichzentrum an der Messe Stuttgart wurde bereits Ende Mai eingestellt. Der Malteser-Hilfsdienst prüft noch, ob er das CAZ in Wernau künftig in Eigenregie weiter betreiben wird.
16 Fälle mit Delta-Variante
Wenige Neuinfektionen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch im Kreis Esslingen die Delta-Variante längst angekommen ist: 16 Infektionen mit dieser hochansteckenden Mutation wurden dem Esslinger Gesundheitsamt bislang gemeldet, außerdem gibt es zwei Verdachtsfälle. Zuletzt ist eine Infektion mit dieser Variante am 23. Juni registriert worden. „Bei den Infizierten handelte es sich vor allem um Reiserückkehrer“, sagt die Sprecherin des Landratsamtes, Andrea Wangner, auf Anfrage. Es gebe zwar keine Hotspots, dennoch beobachte man die Entwicklung sehr genau.
In Baden-Württemberg liegt der Anteil der Delta-Variante inzwischen bei 15,86 Prozent – Tendenz steigend. Dennoch sind seit diesem Montag viele Regeln gelockert worden. So dürfen sich bei einer stabilen Inzidenz von unter zehn Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner 25 Menschen aus beliebig vielen Haushalten treffen. In der Gastronomie und in Fitnessstudios entfällt die Testpflicht. Wie viele Schnelltestzentren nun, da weniger getestet wird, ihren Betrieb aufgeben oder aussetzen werden, weiß man beim Landratsamt noch nicht. „Das ist im Moment noch nicht abschätzbar und hängt vermutlich mit der Entwicklung der Rentabilitätsvoraussetzungen bei den einzelnen Betreibern zusammen“, sagt Wangner. Änderungen des Betriebs müssten dem Gesundheitsamt gemeldet werden.
Es gibt wieder Impftermine
Unterdessen nimmt das Impfen an Fahrt auf. Nach einer größeren Impfstofflieferung des Landes stehen dem Landkreis Esslingen kurzfristig insgesamt 15 000 Impfdosen zur Verfügung, wie das Landratsamt bereits vergangene Woche mitgeteilt hat. Die beiden Kreisimpfzentren an der Messe Stuttgart und in der Esslinger Zeppelinstraße haben am Samstag damit begonnen, freie Impftermine einzustellen. „Sie sind wie erwartet auf große Nachfrage gestoßen. Es sind aber noch Termine verfügbar“, berichtet Andrea Wangner.
Mit jeweils 800 Impfungen täglich sind die beiden Impfzentren nun wieder voll ausgelastet. Ab 1. Juli werden auch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingesetzt, um den erhöhten Betrieb zu ermöglichen, so die Sprecherin. Zuletzt war das Personal zurückgefahren worden. Es stehen derzeit Impfstoffe von Astrazeneca, Moderna und Biontech zur Verfügung. Laut dem Landratsamt gibt es bislang eine leichte Tendenz, dass Termine mit Astrazeneca weniger nachgefragt werden.