Abverkauf nach dem Ende der Remstal-Gartenschau Der Zitronenbaum versüßt den Abschied

Mit Hortensien und Jasmin wurden die Besucher der Gartenschau begrüßt. Jetzt sind die Pflanzen verkauft worden. Foto: Gottfried Stoppel
Mit Hortensien und Jasmin wurden die Besucher der Gartenschau begrüßt. Jetzt sind die Pflanzen verkauft worden. Foto: Gottfried Stoppel

Nach dem Ende der Remstal-Gartenschau wurde in Schorndorf für viele Pflanzen und Accessoires ein neues Zuhause gesucht. Das traf auf große Resonanz: Nur wer gleich zum Start da war, konnte sich sein Lieblingsstück sichern.

Rems-Murr: Isabelle Butschek (ibu)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Schorndorf - Des einen Freud, des anderen Leid: Benjamin Großmann schleppt den allerletzten Olivenbaum davon. Auf den war auch ein anderer Kaufwilliger scharf – ihm bleibt nur der Griff zum Handy, um mit der Ehefrau über Alternativen zu beraten. Der Olivenbaum tritt dagegen eine lange Reise an: „Er kommt zu meiner Schwester nach Berlin“, sagt Benjamin Großmann, der hofft, dass das mediterrane Gewächs den langen Transport übersteht. „Eigentlich wollte ich gerne eine der kleinen Palmen, aber die waren schon weg“, sagt der Schorndorfer.

Ja, es heißt schnell sein an diesem Sonntagmorgen, beim Schorndorfer Abverkauf der Gartenschau-Accessoires und -Dekorationen. Auf dem Hauptparkplatz warten meterhohe Palmen und Zitrusbäume auf Pflanzenliebhaber, liegen Banner, Sonnenschirme und gar Kassenhäuschen für Andenkensammler bereit.

Viele greifen zu handlichen Gartenschau-Andenken wie regenschirmen oder Hispterbeuteln

Um 10 Uhr soll es losgehen, die ersten stehen bereits lange vorher vor dem Eingang. „Beim Abverkauf in Weinstadt waren wir zu langsam, deswegen waren wir schon um halb zehn da“, sagt Stefan Gaupp, für den sich der Einsatz gelohnt hat: Er hat zwei Liegestühle und einen Sonnenschirm ergattert. „Als Erinnerung, damit die Remstal-Gartenschau nicht so schnell vergessen ist“, erzählt er.

Tatsächlich greifen die allermeisten zu den eher handlichen Stücken, klemmen sich die mit Logo bestückten Regenschirme unter die Arme, erwerben Hipsterbeutel oder faltbare Sitzwürfel. Helmut Gerlinger muss allerdings noch einmal losgehen und den Anhänger von daheim holen. „Ich wusste ja nicht, ob wir was finden“, sagt er, als er mit einem stattlichen Feigenbaum von dannen zieht.

Eine Stunde nach Verkaufsstart gibt es bereits große Lücken im Sortiment

Auch der meterhohe Zitronenbaum daneben hat einen neuen Besitzer gefunden. „Wir müssen jetzt nur noch eine Möglichkeit finden, wie wir ihn überwintern“, sagt der Käufer Alfred Köder. Alle seine anderen kälteempfindlichen Gewächse habe er bisher daheim unterbringen können – „aber der Zitronenbaum ist zu groß.“

Kaum eine Stunde nach Verkaufsstart gibt es bereits große Lücken im Sortiment: Von den Hortensien, die bis vor kurzem die Gartenschau-Besucher im Schlosspark empfangen haben, bleiben nur noch welke Blätter auf dem Boden zurück. Ein einsames Paar Gummistiefel wartet auf passende Füße. Allerdings trennt sich die Stadt Schorndorf nicht von allen Dingen, an denen bereits „Verkauft“-Schilder hängen. Die gelbe Liege-Banane etwa oder viele der riesigen Palmen werden behalten. „Aber wir mussten die Parks räumen, deswegen stehen sie hier“, sagt Ulrike Schwebel, Projektleiterin der Gartenschau in Schorndorf. Die Palmen sollen im kommenden Sommer wieder die Palm-Straße säumen.

Die beliebten Sitzsäcke haben es garnicht in den öffentlichen Verkauf geschafft

Ulrike Schwebel erzählt, dass es für die Ehrenamtlichen einen Vorabverkauf gab und kleinere Dinge bei einer Versteigerung unters Volk gebracht wurden. Die beliebten grünen Sitzsäcke haben es deswegen gar nicht bis in den öffentlichen Verkauf geschafft, zumal ein Großteil von ihnen künftig den Schorndorfer Badegästen zur Verfügung stehen soll.

„Uns geht es nicht um einen Rückfluss, sondern um eine wirklich gute Nachnutzung“, sagt Ulrike Schwebel. Deswegen habe man die Preise niedrig gehalten. Manchmal liegt es jedoch nicht am Kaufbetrag, dass die Besucher nicht zuschlagen: „Wir träumen von den Palmen. Aber sie sind einfach zu groß“, sagt ein Paar.




Unsere Empfehlung für Sie