Abwärtstrend stockt Inflationsrate verharrt bei 2,2 Prozent
Die Teuerungsrate in Deutschland liegt weiter auf dem tiefsten Stand seit Jahren. Doch der Kampf gegen die Inflation dürfte zäh bleiben, warnen Experten.
Die Teuerungsrate in Deutschland liegt weiter auf dem tiefsten Stand seit Jahren. Doch der Kampf gegen die Inflation dürfte zäh bleiben, warnen Experten.
Erstmals in diesem Jahr ist die Teuerungsrate in Deutschland nicht gesunken – Experten rechnen weiter mit einem zähen Kampf gegen die Inflation. Im April legten die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 2,2 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Die Inflationsrate lag damit leicht unter den Erwartungen der Finanzmärkte und verharrte auf dem tiefsten Niveau seit April 2021. Jedoch heißt es, dass der Preisauftrieb wieder zunehmen könnte.
„Die letzte Wegstrecke zum Preisziel wird schwer“, warnte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt in der Eurozone eine Teuerungsrate von zwei Prozent an, im März lag sie im Währungsraum bei 2,4 Prozent.
Angesichts der schwachen Konjunktur haben die Währungshüter bereits signalisiert, die Wirtschaft mit einer Zinssenkung im Juni anzuschieben. Dem dürfte durch die neuen Preisdaten nichts im Wege stehen, danach ist der Zinspfad jedoch ungewiss. „Die Geldpolitik muss wachsam bleiben, ob es im Herbst bei weiter hohen Lohnzuwächsen nicht zu neuen Inflationsimpulsen kommt“, meint Deka-Chefökonom Ulrich Kater.
Die Energiepreise gingen in Deutschland im April nur noch um 1,2 Prozent zurück, im März waren sie noch um 2,7 Prozent gesunken. Ein Grund: Seit April liegt die Mehrwertsteuer für Gas und Fernwärme, die wegen des Preisschocks durch Russlands Krieg gegen die Ukraine vorübergehend auf sieben Prozent reduziert worden war, wieder bei 19 Prozent. Nahrungsmittel verteuerten sich im April um 0,5 Prozent, im Vormonat hatten sie sich um 0,7 Prozent verbilligt.
Die sogenannte Kernrate der Inflation, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel ausgeklammert bleiben, fiel im April zum Vormonat von 3,3 auf 3,0 Prozent. Sie liegt damit aber noch immer deutlich über dem EZB-Zielwert.