Abwehrspieler des VfB Stuttgart Luca Jaquez nutzt seine Chance – und bietet sich für das Pokalfinale an

Der Abwehrspieler Luca Jaquez vom VfB Stuttgart hat in Leipzig überzeugt. Foto: Baumann

Der Schweizer steht bei der Generalprobe seinen Mann. Damit verfügt Trainer Sebastian Hoeneß über eine weitere gute Sicherheitskraft – und es gibt noch eine starke Option.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Luca Jaquez hat auf seine Chance warten müssen. Den Februar über und auch fast den ganzen März, bis der Abwehrspieler zu seinem Debüt für den VfB Stuttgart kam. Zwei lange Monate waren das, die dem 21-Jährigen Geduld abverlangten und in denen der Schweizer im Training belegen musste, warum er im Winter vom FC Luzern geholt worden war. Weil er schnell und zweikampfstark ist und weil er über eine gute Übersicht im Spielaufbau und gehöriges Potenzial verfügt.

 

Ein mittlerweile typischer VfB-Transfer, da der Fußball-Bundesligist es versteht, junge Profis zu entdecken und zu entwickeln, die schon eine gewisse Wettkampfhärte und Wettkampferfahrung mitbringen. Wie auch Finn Jeltsch. Da der 18-Jährige zeitgleich vom 1. FC Nürnberg verpflichtet wurde und auf Anhieb das Vertrauen von Trainer Sebastian Hoeneß genoss, rückte zunächst Jeltsch in den Fokus – und Jaquez in den Hintergrund.

Nun steht der U-21-Nationalspieler selbst etwas mehr im Rampenlicht. Beim 3:2-Sieg in Leipzig gehörte Jaquez zum zweiten Mal zur Stuttgarter Startelf und überzeugte. Ruhe und Klarheit prägten seine Aktionen – bis zur Auswechslung in den Schlussminuten. Leichte muskuläre Probleme machten dem gebürtigen Luzerner zu schaffen, und der zuvor angeschlagene Jeltsch wurde vorsichtshalber für ihn eingewechselt.

Doch Jaquez hat erneut gezeigt, dass er seinen Mann in der Abwehr stehen kann. Die anfängliche Skepsis, die ihm von außen begegnet war, da er zunächst nicht zum Einsatz kam, ist verflogen. In der Innensicht gab es ohnehin keine Zweifel an den Fähigkeiten des Sechs-Millionen-Transfers. Es brauchte nur die Gelegenheit für Spielminuten.

Mittlerweile sind es fünf Einsätze in der Bundesliga (zweimal Startelf, drei Einwechslungen). Für die anstehende Trainingswoche und das kommende Pokalfinale in Berlin dürfte der 1,87 Meter große Innenverteidiger nun wieder zur Verfügung stehen – und Hoeneß kann die Tage vor dem großen Auftritt im Olympiastadion mit dem guten Gefühl angehen, dass er in der Abwehr über eine weitere starke Sicherheitskraft verfügt. Wie bei Ramon Hendriks. „Er ist ein Kämpfer vor dem Herrn, bringt viel Tempo und Kraft mit“, sagt der Trainer über den 23-jährigen Niederländer. Zu einem wichtigen Kaderspieler habe sich dieser nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten entwickelt, so Hoeneß.

Mal spielt Hendriks in der Innen-, mal in der Außenverteidigung. Öfter in der Vierer- und, wenn es wie in Leipzig sein soll, auch in der Dreierkette. Eine Flexibilität, die auch Jaquez auszeichnet und ihn wie Hendriks zu einer sehr guten Option für die Abwehrreihe (Ameen Al-Dakhil und Dan-Axel Zagadou gehören dazu) macht. Hinter dem aktuell gesetzten Jeff Chabot und dem talentierten Jeltsch. Der Juniorennationalspieler dürfte am Samstag (20 Uhr/ZDF) gegen Arminia Bielefeld wieder in die Anfangsformation rutschen, wenn er nach Oberschenkelproblemen voll trainieren kann. Wenn nicht, wartet Jaquez auf seine nächste Chance.

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